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"Gärten der Lust" - Kunstausstellung über Sex im alten China

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"Gärten der Lust" - Kunstausstellung über Sex im alten China

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Erbauliches aus dem Reich der Mitte zeigt die Erotikausstellung “Gardens of Pleasure: Sex in Ancient China” (“Gärten der Lust – Sex im alten China”) bei Sotheby’s in Hongkong. Die historischen, expliziten Stücke hat der Sammler Ferdinand Bertholet zur Verfügung gestellt, zum Beispiel winzig kleine Frauenschuhe. Abgebundene, sogenannte Lotusfüße galten im chinesischen Kaiserreich als besonders erotisch.

Ferdinand Bertholet: “Das Interessante ist, dass man auf all diesen Gemälden, die den nackten Körper doch ziemlich deutlich darstellen, niemals einen nackten Fuß sieht. Alles war möglich, nur das nicht.”

Die Ausstellung über die Freuden der Lust im alten China zeigt rund einhundert Exponate von der Han-Dynastie 200 v. Chr. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Sie ist den Veranstaltern zufolge die erste ihrer Art in Hongkong. Die Finessen der chinesischen Erotikkunst erklärt Ferdinand Bertholet mit dem Einfluss des Taoismus.

Ferdinand Bertholet: “In China gibt es nicht dieselben Tabus wie in der westlichen Welt. Es gibt nicht dieses Gefühl der Schuld, völlig befreit waren sie jedoch auch nicht. Aber ein ganz wesentlicher Aspekt ihrer Lebensphilosophie ist der Taoismus. Und dieser Denkweise gemäß kann der Mensch nur glücklich sein, wenn der das nötige Wissen über die Kunst der Liebe richtig beherrscht.”

Vor etwa 35 Jahren begann der Niederländer, sich für erotische Kunst zu begeistern und stellte im Verlauf der Jahrzehnte eine einzigartige Kunstsammlung zu sammeln, die es in der Form in China nicht zu sehen gibt. Erotikkunst galt während der Kulturrevolution als verpönt, vieles wurde zerstört oder versteckt.

Seine Sammlung war schon in vielen berühmten Museen zu Gast, in Hongkong ist die Ausstellung bis zum 3. Mai zu sehen.