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Ostukraine: Verhärtete Fronten nach Schießerei am Wochenende

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Ostukraine: Verhärtete Fronten nach Schießerei am Wochenende

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Noch immer halten pro-russische Milizen im Osten der Ukraine mehr als ein Dutzend Verwaltungsgebäude besetzt und Gewehre in ihren Händen. An das Abkommen von Genf zur Niederlegung ihrer Waffen fühlen sie sich seit den Ereignissen des Wochenendes noch weniger gebunden als bisher.

Bei einer Schießerei nahe Slowiansk zwischen zwei Gruppierungen waren am Sonntagmorgen fünf Menschen getötet worden. Die Fronten verhärten sich seither, in der Politik, wie auf der Straße:

“Die gegenwärtige Regierung in Kiew unterstützen wir nicht, sie ist gewaltsam an die Macht gekommen”, so ein Milizionär in Luhansk. “Nach der ukrainischen Verfassung werden Regierungen gewählt.”

Kleinere Zugeständnisse und Signale zur Gesprächsbereitschaft aus Kiew zur Befriedung des Ostens verpufften bislang ohne klare Wirkung. Die ukrainischen Präsidentschaftswahlen sind für den 25. Mai angesetzt.

Einen Tag nach der Schießerei in Slowiansk ist es dort zumindest bislang zu keiner weiteren Eskalation gekommen. Welcher Gruppierung die Männer zuzurechnen sind, die Sonntagnacht eine Straßensperre außerhalb der Stadt angriffen, ist immer noch nicht abschließend geklärt.

Ein Mittel zur dauerhaften Entspannung der Situation hat Kiew bisher aber nicht gefunden. Der deutsche Pianist Davide Martello, der zuvor auch schon am Taksim-Platz in Instanbul gespielt hatte, versuchte es in Donezk mit Musik – und fand zumindest Zuhörer.