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Pharma: Eine Branche sortiert sich neu

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Pharma: Eine Branche sortiert sich neu

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Der Schweizer Konzern Novartis kauft wichtige Geschäftsteile von GlaxoSmithKline (GSK). In den großangelegten Umbau mit Tauschgeschäften und Teilfusionen ist neben der britischen GSK auch der US-Konzern Eli Lilly einbezogen.

Damit werden die Karten auf dem
europäischen Medikamentenmarkt neu gemischt. Und auf dem weltweiten Markt machen noch weit gewaltigere Umbau-Fantasien die Runde: Den US-Pharmakonzern Pfizer gelüstet es laut einem Zeitungsbericht nach dem britischen Rivalen AstraZeneca.

Mike Ingram, Analyst, BGC Partners:

“Ja, das sind gute Nachrichten für die Aktionäre. Was da los ist? Die Unternehmen kämmen ihre Produktpaletten durch, sie versuchen, weniger zu machen und das besser. Größe, kritische Masse und ein besserer Innovationsrhythmus sind absolut wichtig.”

Novartis verkauft das Geschäft mit Tierarzneimitteln an Eli Lilly und die Sparte für Impfstoffe bis auf die Grippemittel an den britischen Konkurrenten GSK.

Das ergibt auf der Habenseite gut 9 Milliarden Euro Einnahmen – Novartis legt noch etwas darauf und erwirbt im Gegenzug von GSK dessen Krebsmittelgeschäft für rund 11,6 Milliarden Euro.

Außerdem gründen Novartis und GSK ein Joint Venture für das künftig gemeinsame Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten. Novartis hält nach eigenen Angaben 36,5 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen.

In der Pharmabranche kommt es in jüngster Zeit weltweit fast jeden Monat zu milliardenschweren Transaktionen. Viele Konzerne suchen wegen auslaufender Patente und sinkender Gewinnmargen nach neuen Geschäftsfeldern oder Partnern. In Deutschland hatte der
Bayer-Konzern zuletzt die rund zwei Milliarden Euro schwere Übernahme des norwegischen Krebsmittelspezialisten Algeta abgeschlossen.

su mit dpa