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Streit ums Gift: Zwei Hinrichtungen in den USA verschoben

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Streit ums Gift: Zwei Hinrichtungen in den USA verschoben

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Zwei Hinrichtungen in den USA sind erneut verschoben worden. Das Oberste Gericht im Bundesstaat Oklahoma setzte sie aus – in dem einen Fall nur einen Tag vor der Vollstreckung.

Die Entscheidung der obersten Richter fiel knapp, mit einer Stimme Mehrheit. Das Urteil soll nun Zeit geben, um die Einwände der Todeskandidaten zu untersuchen.

Es geht vor allem darum, dass Staaten wie Oklahoma nicht öffentlich machen, woher sie das Gift für die Hinrichtung beziehen. Sie begründen das damit, dass die Hersteller sonst starkem öffentlichen Druck ausgesetzt würden.

Mehrere Bundesstaaten folgen dieser Ansicht; andere dagegen nennen ihre Lieferanten.

Hinrichtungsgifte sind schwer zu beschaffen; große Pharmafirmen weigern sich meistens zu liefern. Die beiden Hinrichtungen in Oklahoma waren deshalb schon einmal verschoben worden. In den USA werden wegen dieser Probleme jetzt Apotheken damit beauftragt, die Substanzen zu mischen.

Einwände richten sich zum einen gegen diese Art der Herstellung in Apotheken, die weniger streng reguliert ist. Die Gegner befürchten, dass das Gift nicht sachgerecht angefertigt werden und unnötige Qualen verursachen könne.

Zum anderen geht es wie erwähnt um die Geheimhaltung der Lieferanten. Diese Geheimhaltung – so die Hinrichtungsgegner – mache es unmöglich, Auskünfte über Art und Herkunft des Gifts zu erlangen. Das sei ein Verstoß gegen verfassungsmäßige Rechte der Verurteilten.