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Libanon auf der Suche nach einem neuen Präsidenten

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Libanon auf der Suche nach einem neuen Präsidenten

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Der Libanon muss auf seinen neuen Staatspräsidenten noch warten.

Eine erste Abstimmung im Parlament brachte für keinen Bewerber eine ausreichende Mehrheit. Viele Abgeordnete gaben leere oder ungültige Stimmzettel ab.

Auf diese Weise hatte Samir Geagea, ein ehemaliger Milizenführer, keine Chance auf die nötige Zweidrittelmehrheit. Auf ihn entfielen 48 von 124 möglichen Stimmen.

Die libanesischen Parteien sind zerstritten, auch wegen des Bürgerkriegs im benachbarten Syrien, in dem sie oft auf verschiedenen Seiten stehen.

Der Vorschlag für Geagea kam von Gegnern der syrischen Machthaber. Damit war er für die einflussreiche Hisbollahbewegung nicht tragbar, die in Syrien für ebendiese Machthaber kämpft.

Der nächste Versuch einer Präsidentenwahl findet in einer Woche statt – dann womöglich mit einem neuen Bewerber, den auch die Hisbollah wählen würde.

Die sechsjährige Amtszeit des jetzigen Staatspräsidenten Michel Suleiman läuft Ende Mai ab, also in gut einem Monat.

Die politischen Spitzenämter im Libanon werden nach Religion vergeben: Der Staatspräsident muss immer ein maronitischer Christ sein.

Schiitische Moslems stellen stets den Parlamentspräsidenten, sunnitische Moslems den Regierungschef.