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Portugal zurück an Anleihemärkten - "mein Name ist Hase" witzelt der Regierungschef

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Portugal zurück an Anleihemärkten - "mein Name ist Hase" witzelt der Regierungschef

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Portugal ist nach drei Jahren Auszeit zurück an den Finanzmärkten gelungen – knapp zwei Wochen nach dem einstigen Pleitekandidaten Griechenland. Anleger rissen sich geradezu um Anleihen des angeschlagenen Landes. Ihre Gebote hätten ausgereicht, um das 3,5-fache Volumen am Markt unterzubringen. Dabei gaben sie sich mit überraschend wenig Rendite zufrieden: 3,57 Prozent.

Der Anleihenspezialist João Queiroz, von der Bank Carregosa findet den Zinssatz “interessant”:

“Angesichts all der Unsicherheiten und Veränderungen in den letzten drei bis vier Jahren, wie es mit Wachstum und Schulden weitergeht, ist unsicher. Wie entwickeln sich der Schuldenstand und unsere Fähigkeit, unsere Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern einzulösen? Und dann 3,57 Prozent. Echt interessant.”

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise zahlte Portugal am freien Markt fast 16 Prozent Risikoprämie.

Bei der ersten öffentlichen Auktion zehnjähriger Staatsanleihen seit der Flucht unter den
Euro-Rettungsschirm sammelte das Land 750 Millionen Euro bei Investoren ein, so Portugals Schuldenagentur.

Die ganz ernsten Zeiten sind wohl vorbei, meint Ministerpräsident Pedro Passos Coelho. Auf deutsch wäre er ein Peter Hasenfuß:

“Die 12. Troika-Prüfung ist noch nicht abgeschlossen. Außerdem soll das Fell nicht verteilt werden, bevor das Tier erlegt ist. Und mein Name ist Hase. Auch Hasen soll man nicht jagen, bevor das Hilfsprogramm voll durchgezogen ist. Wir sprechen über den Ausstieg aus dem Programm, wenn der letzte Bericht der Troika auf dem Tisch liegt.”

Portugal hatte im April 2011 wegen akuter Finanznöte Hilfe bei der EU gesucht. Das Land musste mit internationalen Notkrediten über 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden.

Passos Coelho hatte angekündigt, bis zum Treffen der Eurogruppe am 5. Mai einen Ausstiegsplan vorzustellen. Das Rettungsprogramm der Europartner und des Internationalen Währungsfonds läuft Mitte Mai aus.

su mit dpa