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Bangladesch: Gedenken an Textilfabrik-Einsturz vor einem Jahr

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Bangladesch: Gedenken an Textilfabrik-Einsturz vor einem Jahr

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Ein Jahr nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch haben Überlebende und Hinterbliebene an der Unglücksstelle der Opfer gedacht.

Als das achtstöckige Gebäude namens Rana Plaza am Rand der Hauptstadt Dhaka einfiel, starben mehr als 1100 Menschen. Die Teilnehmer der Kundgebung verlangten, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Eine Kommission empfahl nach dem Unglück, an dauerhaft Geschädigte und die Familien der Toten sollten je rund vierzehntausend Euro Entschädigung gezahlt werden.

Sie hätten zweimal Geld überwiesen bekommen, insgesamt sechshundert Euro, sagt eine Frau, deren Schwester bei dem Unglück starb. Das sei alles gewesen.

Das Vermögen des Gebäudebesitzers und der Fabrikbesitzer müsse beschlagnahmt werden, verlangt eine Gewerkschaftsführerin. Das Geld solle dann die Angehörigen der Verletzten, Toten und Vermissten entschädigen.

Das Unglück vom 24. April letzten Jahres machte viele erst aufmerksam auf die Zustände in Bangladesch, wo viele weltbekannte Bekleidungsfirmen nähen lassen.

Manches hat sich seitdem geändert, wie der stark erhöhte neue Mindestlohn von fünfzig Euro – im Monat.

Gewerkschaften und Hilfsorganisationen beklagen aber, dass von dem Geld, dass der inzwischen eingerichtete Entschädigungsfonds brauche, erst der kleinere Teil eingetroffen sei. Neunundzwanzig Millionen Euro würden benötigt, elf Millionen seien gezahlt worden.

Gefordert seien vor allem Firmen, die in dem eingestürzten Gebäude fertigen ließen. Manche dieser Firmen wollen Betroffene aber direkt entschädigen, ohne den Fonds; andere sehen sich nicht in der Verantwortung, weil Lieferanten ohne ihr Wissen in dem Gebäude hätten fertigen lassen.