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Grünes Spitzenduo für Europawahl

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Grünes Spitzenduo für Europawahl

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José Bové – der etwas andere Bauer. Er stammt aus einer Akademikerfamilie, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in den USA. In Jugendjahren Rebell, abgebrochenes Philosophiestudium, Greenpeace-Aktivist. Gründungsmitglied im alternativen französischen Bauernverband, wurde er zur Symbolfigur des Kampfes gegen genetisch veränderte Pflanzen. Nach seiner Wahl ins Europaparlament 2009 gefragt, ob er damit nicht seine Seele dem Teufel verkauft habe, antwortete Bové, er meine im Gegenteil jetzt dort zu sein, wo Entscheidungen getroffen werden. Er kämpfe weiter, nun an verschiedenen Orten gleichzeitig.

Das Prinzip der Doppelspitze der deutschen Grünen verlangt auch im Europawahlkampf eine Frau ganz vorn. Es wurde die 33jährige Ska Keller, geboren im ostdeutschen Guben, nahe der Grenze zu Polen. Als Jugendliche engagierte sie sich zunächst gegen Neo-Nazis und Ausländerfeindlichkeit. Von der Basis-Demokratie der Grünen ist sie begeistert. Sie sagt zu ihrer Wahl:
“Ich fand die primary an sich sehr bereichernd, es hat viel Spaß gemacht, es war natürlich viel Arbeit, wir waren in vielen Ländern, wir hatten zehn offizielle Debatten. Darüber hinaus war ich noch in vielen anderen europäischen Ländern. Aber es hat mich auch sehr motiviert, immer vor Ort Menschen zu treffen, die Grüne sind, die engagiert sind und die unglaublich Lust auf diesen Europawahlkampf haben.”

Dass sie mit knappem Vorsprung vor etablierteren grünen Politikerinnen diese Position gewann, verdankt Franziska Maria Keller, so ihr vollständiger Name, auch ihrer Vielsprachigkeit. Englisch, Französisch, Spanisch fließend, dazu etwas Türkisch und Arabisch. Sie hat an der Freien Universität Berlin und in Istanbul Islamwissenschaft, Judaistik und Turkologie studiert und 2009 einen Master-Abschluß erworben. Von 2002 bis 2005 war sie Sprecherin der Vereinigung Junger Europäischer Grüner.