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Versöhnungspakt zwischen Fatah und Hamas: Israel warnt - Freude bei Palästinensern

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Versöhnungspakt zwischen Fatah und Hamas: Israel warnt - Freude bei Palästinensern

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Der zwischen den Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas geschlossene Versöhnungspakt erschwert offenbar die Friedensverhandlungen mit Israel. Die als gemäßigt geltende Fatah und die radikal-islamische Hamas hatten sich am Mittwoch auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung und Neuwahlen geeinigt. Israel sagte anschließend ein für den Abend geplantes Vermittlungstreffen mit den Palästinensern ab. Gründe wurden nicht genannt.

Regierungschef Benjamin Netanjahu stellte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei einem Besuch des österreichischen Außenministers Sebastian Kurz ein Ultimatum: “Jedes Mal, wenn wir versuchen, die Verhandlungen mit den Palästinensern wieder aufzunehmen, stellt Abbas zusätzliche Bedingungen. Statt sich auf einen Frieden mit Israel zuzubewegen, beginnt er einen Frieden mit der Hamas. Er muss sich entscheiden. Er kann nur eines von beiden haben.”

Ganz anders die Reaktion im Westjordanland, dem Teil der palästinensischen Autonomiegebiete, der von der Fatah kontrolliert wird: “Ich freue mich über die Versöhnung”, so ein Mann in Ramallah. “Und ich hoffe, dass sie beide Seiten unserer Heimat weiter vereinen und dem Leiden der Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland ein Ende bereiten.”

Freude auch in dem von der Hamas regierten Gazastreifen: “Wir haben lange auf diesen Moment gewartet”, so ein Mann in Gaza-Stadt. “Wir wurden in zwei Staaten geteilt. Das ist nicht richtig, wir sind ein Volk.”

Hamas und Fatah haben sich mit dem Versöhnungspakt auf Vereinbarungen geeinigt, die sie bereits 2011 und 2012 getroffen und damals nicht umgesetzt hatten. Sie wollen innerhalb von fünf Wochen eine Expertenregierung bilden.