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Johannes XXIII.

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“Papa buono”, der “gute Papst”, Johannes XXIII. ruht aufgebahrt im Vatikan. Als Kind armer Bauern war er mit 12 Geschwistern in Norditalien aufgewachsen. Der Ortspfarrer erkannte die Begabung des Knaben und förderte ihn.
Angelo Giuseppe Roncalli war schon 77 Jahre alt, als er 1958 nach elf Wahlgängen zum Oberhaupt der katholischen Christenheit gewählt wurde.
Den seit dem Mittelalter nicht mehr gebräuchlichen Namen Johannes wählte er, um den Jahrhunderte alten Streit um einen Papst dieses Namens zu entscheiden. Volksnah war er wie in den Worten:
“Gehe heim. Liebkose deine Kinder und sage ihnen, dies kommt vom Papst. Du findest sicher Tränen, die du trocknen kannst. Bitte sage ein liebes Wort”.

Nachdem Päpste seit 1870 sich als “Gefangene im Vatikan” verstanden und den Kirchenstaat nie verlassen hatten, ging Johannes XXIII. hinaus und spendete auch den Insassen eines Gefängnisses Trost

Bei seiner Wahl hatte so mancher in ihm nur einen “Übergangspapst” gesehen. Das änderte sich spätestens, als er im Oktober 1962 das II. Vatikanische Konzil einberief. Es wird als sein größtes Werk in der Kirchengeschichte Bestand haben. Auch wenn er das Ende seine Konzils nicht mehr erlebte, seine Ideen leben weiter. Ideen wie:
Aufgaben sollten möglichst vor Ort von den Betroffenen erledigt werden sollen, ohne zentralistische Eingriffe. Als “Subsidarität” preist heute die EU dieses Prinzip.

Dem guten Papst waren keine fünf Jahre im Amt vergönnt. Genutzt hat er seine Zeit so nachdrücklich, dass er nun auch ohne zweites Wunder zum Heiligen erhoben wird.