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Doppelte Heiligsprechung: Massenansturm in Rom

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Doppelte Heiligsprechung: Massenansturm in Rom

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Einen Tag vor der Heiligsprechung von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. herrscht rund um den Petersplatz in Rom großer Andrang. Zu der Zeremonie werden bis zu eine Million Menschen erwartet.

Kritiker bemängeln, dass die Heiligprechung von Johannes Paul II. nur neun Jahre nach seinem Tod zu hastig sei. Auch habe er im Umgang mit den Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche versagt. “Die Kanonisierung ist nicht ein Siegel für ein gutes Pontifikat. Wenn Menschen verantwortlich sind und Päpste sind auch nur Menschen, dann kann es zu Fehlern kommen. Vielleicht wurden manche Bereiche nicht angesprochen. Doch bei einer Heiligsprechung geht es letztendlich um Heiligkeit und die Nähe zu Gott,” so Pater Thomas Rosica, der Leiter des katholischen Fernsehsenders “Salt and Light”.

Rom ist auf den Massenansturm vorbereitet. U-Bahn- und Busfahrer legen Sonderschichten ein und mehr als 4000 Polizisten sorgen für Sicherheit. Auch das angekündigte schlechte Wetter kann die Stimmung offenbar nicht trüben. Pawel aus Polen meinte: “Kein Grund zur Sorge. Die Menschen haben sich vorbereitet, ich glaube nicht, dass sie sich von etwas Regen abhalten lassen werden. Sie sind für etwas sehr Wichtiges hierher gereist.” Und der Italiener Orlando sagte: “Was ist, wenn es morgen regnet? Egal, das ist dann Teil der Heiligsprechung.”

Viele Pilger wollen in der Nacht auf Sonntag auf Schlaf verzichten und in einer der Kirchen der Stadt bis zum Sonnenaufgang beten.