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Nach Anschlag und Gefangennahme von OSZE-Beobachtern: Ukrainische Spezialeinheiten umstellen Slowiansk

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Nach Anschlag und Gefangennahme von OSZE-Beobachtern: Ukrainische Spezialeinheiten umstellen Slowiansk

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Die Spannungen in der Ostukraine entluden sich am Freitag auch am Flugfeld von Kramatorsk. Ein Transportflugzeug und ein Hubschrauber gingen dabei in Flammen auf. Nach Aussage von Anwohnern und der Regierung in Kiew soll es sich um einen Anschlag durch pro-russische Separatisten gehandelt haben. Ukrainische Spezialeinheiten hatten das Flugfeld erst vor gut einer Woche von pro-russische Bewaffneten zurückerobert.

Nur wenige Kilometer entfernt bestätigte am Freitag Wjatscheslaw Ponomarew, der selbsternannte pro-russische “Volksbürgermeister” der Stadt Slowiansk, die Gefangennahme eines Beobachterteams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Unter den ukrainischen Begleitern des Teams sei ein Spion des ukrainischen Militärs.

“Das Zeichen der OSZE bedeutet nicht automatisch Schutz für einen Offizier aus dem Armeehauptquartier. Und wir haben einen Angestellten aus dem Armeehauptquartier entdeckt. Wir untersuchen die Sache und werden dann entscheiden, was zu tun ist”, so Ponomarew.

Insgesamt zwölf Personen sollen sich in der Gewalt der Rebellen befinden, darunter auch drei Angehörige der deutschen Bundeswehr, ein deutscher Übersetzer sowie Militärbeobachter aus Dänemark, Polen, Schweden und Tschechien.

Weil man die sogenannte Beobachtermission nicht anerkenne, und davon ausgehe, dass sie militärische Informationen sammelten, betrachte man alle zwölf als “Kriegsgefangene”, sagte Ponomarew. Auf die Beobachterrolle der OSZE hatten sich Russland, die Ukraine, die EU und die USA in Genf geeinigt.

Die ukrainischen Spezialeinheiten haben Slowiansk inzwischen umstellt und abgeriegelt. In der Stadt soll es zu ersten Engpässen kommen, auch der Mobilfunkempfang sei eingeschränkt, heißt es.