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Ägypten: Gericht spricht 683 Menschen wegen Mordes schuldig

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Ägypten: Gericht spricht 683 Menschen wegen Mordes schuldig

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Bei einem neuen Massenprozess in Ägypten sind 683 Islamisten zum Tode verurteilt worden. Unter ihnen ist auch das Oberhaupt der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie. Dieser war im August 2013 festgenommen worden.

Das Gericht in der oberägyptischen Stadt Minia sprach die Angeklagten wegen der Teilnahme an gewalttätigen Protesten und wegen Mordes schuldig.

Das Urteil stieß auf heftige Kritik. Der Anwalt Mohammed Abdelwehab sprach von einem Verbrechen gegen die Gerechtigkeit. Ihm zufolge dauerten Verhandlungen in einem Mordprozess zwischen ein und zwei Jahren. In diesem Fall jedoch sei der Urteilsspruch bereits in der ersten Sitzung angekündigt worden.

Bereits vor einem Monat waren in Minia 529 Mitglieder der Muslimbruderschaft zum Tode verurteilt worden. Davon wurden nun 37 Urteile bestätigt. 491 Todesstrafen wurden in lebenslängliche Haftstrafen umgewandelt.

Seit dem Sturz des Präsidenten und Mitglied der Muslimbruderschaft Mohammed Mursi im Juli 2013 war es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Mursi-Anhängern und dem Militär gekommen. Mehrere Hundert Menschen wurden während der Proteste getötet.