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Budapest: Gedenken an Deportationen unter den Nazis

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Budapest: Gedenken an Deportationen unter den Nazis

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Zehntausende Menschen haben in Budapest am “Marsch der Lebenden” teilgenommen, einer Kundgebung gegen Judenhass.

Dieser Marsch findet jedes Jahr statt: Dieses Mal steht er aber besonders im Zeichen
der Massendeportationen ungarischer Juden in die Konzentrationslager, die vor siebzig Jahren begannen, nach dem Einmarsch der Deutschen in Ungarn.

Hunderttausende wurden in den Lagern getötet oder kamen auf Märschen dorthin ums Leben.

Die Teilnehmer der jetzigen Kundgebung eint das Gefühl, dass Judenhass und allgemein Fremdenfeindlichkeit in der ungarischen Gesellschaft auf dem Vormarsch sind.

Gerade erst hat die fremdenfeindliche Jobbik-Partei so gut bei einer Parlamentswahl abgeschnitten wie noch nie: Sie bekam zwanzig Prozent der Stimmen.

Darüberhinaus gibt es zwischen Juden und Regierung einen Zwist über das Denkmal, das schon bald in Budapest an die Deportationen erinnern soll – in Form eines Engels, der von einem Adler angegriffen wird.

Gegner dieses Denkmals kritisieren, Ungarn weise die Schuld damit zu sehr den Nazis zu und verberge seine eigene Verantwortung für die Deportationen.

Für die Einweihung in gut einem Monat hat der Verband der jüdischen Gemeinden abgesagt.

Die Teilnehmer des jetzigen “Marsches der Lebenden” enthüllten ihr eigenes Denkmal, das an die damaligen Geschehnisse erinnern soll.