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Der Kleine Rann: Die Schönheit der Wüste

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Der Kleine Rann: Die Schönheit der Wüste

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Ein spektauklärer Nachthimmel gefolgt von einem spektakulären Sonnenaufgang.
Das Tageslicht zeigt die Leere des Kleinen Rann von Kachchh in Gujarat, der sich bis zum Horizont in alle Richtungen erstreckt. Der Kleine Rann, das heisst Wüste auf Gujarat, grenzt an den Großen Rann von Kachchh im Westen Indiens.

Hier arbeitet der Fotograf Devjibhai, man nennt ihn den “Wüstenmann”. “Jedes Mal, wenn ich hierher komme, gibt mir das eine neue Perspektive für mein Leben”, sagt er, “hier ist man eins mit der Natur. Alleine. Das erfrischt den Geist.”

Devjibhai ist ein intimer Kenner der 5000 Quadratkilometer des Kleinen Rann von Kachchh. Er patroulliert hier mit seinem alten Jeep und überblickt sein geliebtes Land. Und die Tiere, die hier leben.

Der Kleine Rann von Kachchh ist der einzige Ort auf der Erde, an dem man den Indischen Wildesel beobachten kann. Um das Tier zu schützen, hat die indische Regierung 1972 diesen Zufluchtsort für die Wildesel geschaffen, gut 5000 dieser Kreaturen leben hier.

Die Wüste bietet auch anderen Säugetieren Zuflucht, etwa dem Indischen Wolf, dem Wüstenfuchs oder der Nilgauantilope. Am spektakulärsten ist aber wohl der Flamingo. Während des Monsun wird der Rann einen Monat lang überflutet. Zwischen November und Februar wird er zu einem wahren Paradies für Vogelliebhaber. Der Rann wurde 2008 zur geschützten Biosphäre erklärt.

Als leidenschaftlicher Liebhaber der Wüste gründete Davjibhai an ihrem Rand ein Öko-Camp. Dort können Besucher ihre Schönheit unmittelbar erleben, wenn sie in den traditionellen Hütten übernachten. Für Interesssierte, die sich einen exotischen aber komfortablen Urlaub wünschen, gibt es viele Möglichkeiten, wie etwa das Öko-Camp. Hier werden Safaris und Ausflüge in die nahegelegenen Dörfer angeboten. “Es war faszinierend zu sehen, wie sie Salz machen. Auch, den Wildesel zu sehen. Es gibt viele Flamingos und Vögel”, schwärmt Birgid Fritsch aus Deutschland.

Früher war der Kleine Rann der Meeresboden. Noch immer gibt es überall Salzbecken in der Region, die Indiens Salzfabrik ist. Der Status als geschützte Biosphäre führt für die Einheimischen zu einem alternativen Lebensstil. Jumed Malik, besitzt ein Öko-Ressort: “Die Regierung will demnächst die Anwohner der Randgebiete der Wüste ermutigen, die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und als Touristenführer im Rann zu arbeiten” erlärt er. “Sie helfen damit, das Gebiet zu schützen.”

Gujarat ist auch reich an Kunstschätzen. Es gibt hier Bildhauer und die traditionelle Textil-Industrie und Webereien. Das bietet Möglichkeiten für die örtliche Entwicklung, die von der Regierung gefördert werden. Meenabhen ist Stickerin: “Ich mache diese Stickereien seit 50 Jahren”, sagt sie, “auch unsere Vorfahren haben das schon gemacht. Heute bekommen wir wegen der Touristen Geld für unsere Arbeit.”

Seine wilde Schönheit macht den Kleinen Rann von Kachchh zu einem ganz besonderen Ort. Devjibhai fasst das so zusammen: “Ich werde weiter hier herumstreifen. Hier bin ich geboren, hier werde ich sterben. Ich bin glücklich.”