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Wahlkampf live auf Euronews: Schlagabtausch von vier Kandidaten für das Präsidentenamt der EU-Kommission

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Wahlkampf live auf Euronews: Schlagabtausch von vier Kandidaten für das Präsidentenamt der EU-Kommission

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Knapp einen Monat vor der Europawahl haben sich vier Kandidaten für das Präsidentenamt der Europäischen Kommission erstmals live und gleichzeitig im Fernsehen präsentiert.

Euronews übertrug die Debatte aus der Universität der niederländischen Stadt Maastricht. Teilnehmer waren Jean-Claude Juncker von der Europäischen Volkspartei, Martin Schulz für die Partei der Europäischen Sozialdemokraten, Guy Verhofstadt stellvertretend für die Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa Partei und Ska Keller, Kandidatin für die Europäische Grüne Partei.

Sie beantworteten zunächst Fragen zu wirtschaftlichen Schlüsselthemen für die Zukunft Europas.

Martin Schulz:
“Die größten Probleme existieren für Unternehmen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen in jenen Ländern mit den höchsten Arbeitslosenzahlen. In Spanien etwa.oder in Portugal ist die Kreditverknappung für mittelgroße und kleine Firmen ein großes Problem. Ich schlage deshalb ein Kreditprogramm vor für diese kleinen und mittleren Unternehmen, die Jobs schaffen. Unter Federführung der Europäischen Union sollten junge Menschen bei den Zinsen und der Rückzahlung von Krediten Privilegien genießen.”

Ska Keller:
“Was wir wirklich brauchen, sind Investitionen in die Zukunft und in das, was die Gesellschaft benötigt. Zum Beispiel eine Änderung der Wirtschaft hin zu einem grüneren Charakter, um den Klimawandel zu stoppen. Investitionen in Bildung und das Gesundheitswesen, davon profitiert die Gesellschaft. Und dadurch entstehen Jobs, qualitativ hochwertige Jobs. Diese brauchen wir, die Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können, sie müssen eine Perspektive haben und keine ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse.”

Jean Claude Juncker:
“Ich stehe für Investitionen in die digitale Marktwirtschaft und in den europäischen Binnenmarkt. Da steckt ein Mehrwert von 500 Milliarden Euro drin. Und wir können kein “Sozial-Dumping” in Europa gebrauchen. Deshalb trete ich schon seit langer, langer Zeit für einen gesetzlichen Mindestlohn in allen 28 Ländern der Europäischen Union ein.”

Frage aus dem Publikum: “Wie können Sie garantieren, dass Sie auch in der Lage sein werden, wirtschaftliche Versprechen umzusetzen?”

Guy Verhofstadt:
“Man braucht einen Kommissions-Präsidenten, der eine Vision für die Zukunft hat., der die EU-Kommission führt und die Initiative ergreift. Vorschläge und Gesetzesinitiativen müssen auf dem Tisch landen und nicht wie gegenwärtig behandelt werden, wie Herr Barroso es gerade macht. Erst ruft Barroso in Paris an und dann in Berlin. Es sollte anders herum sein: Erst Berlin anrufen und dann Paris. Barroso wird erst aktiv, wenn er grünes Licht von beiden Seiten hat. Das ist zu wenig und es dauert viel zu lange. Wir benötigen eine europäische Regierung, eine europäische Kommission, die tatsächlich vorangeht.”