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Freilassung für OSZE-Beobachter in der Ostukraine nicht in Sicht

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Freilassung für OSZE-Beobachter in der Ostukraine nicht in Sicht

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Die Lage in der ostukrainischen Stadt Slowjansk bleibt angespannt. Nach den EU-Sanktionen gegen führende prorussische Aktivisten drohen die Separatisten, festgesetzte Militärbeobachter auch aus Deutschland nicht freizulassen.

“Wir kehren erst zu einem Dialog über den Status der Kriegsgefangenen zurück, wenn die EU diese Zwangsmaßnahmen zurücknimmt”, erklärte der selbst ernannte Bürgermeister von Slowjansk, Wjatscheslaw
Ponomarjow, am Dienstag der Agentur Interfax.
Die Bevölkerung in Slowjansk scheint gespalten.

“Ich bin eindeutig für eine vereinte Ukraine,” sagt dieser prowestliche Einwohner von Slowjansk. “Die Zustände sind im Moment unerträglich. Der Handel kommt zum Erliegen, die Leute haben Angst auf die Straße oder irgendwohin zu gehen. Die meisten Geschäfte schließen. Ich möchte meine Ruhe haben. Russland ist keine Alternative – dort wäre es nicht besser.”

“Ich unterstütze die Separatisten in Slowjansk auf ganzer Linie,” erklärt ein prorussischer Einwohner von Slowjansk. “Was die da in Kiew sagen und erklären, das unterstützt für mich nur den Abspaltungsprozess von der Ukraine. Wenn man täglich als Terrorist oder Verbrecher bezeichnet wird, ist einem das irgendwann egal.”

Prorussische Separatisten stürmten am Dienstag auch das Gebäude der Regionalverwaltung in der ostukrainischen Stadt Luhansk.

Der niedergeschossene Bürgermeister von Charkow, Gennadi Kernes, ist indessen außer Lebensgefahr.
Ein unbekannter Scharfschütze hatte den 54-Jährigen in den Rücken getroffen, als dieser auf dem Fahrrad unterwegs war. Kernes wird mittlerweile in einem Krankenhaus in Israel behandelt und befindet sich in einem künstlichen Koma.