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Istanbul: Protest gegen ägyptische Massenverurteilung zum Tode

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Istanbul: Protest gegen ägyptische Massenverurteilung zum Tode

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Im türkischen Istanbul haben hunderte Menschen vor dem ägyptischen Konsulat
demonstriert.

Ihr Protest richtete sich gegen die 683 Todesurteile, die ein ägyptisches Gericht gerade verhängt hat: Todesurteile gegen mutmaßliche Anhänger der Moslembruderschaft und gegen deren Anführer Mohammed Badie.

Sie sollen an Ausschreitungen beteiligt oder dafür verantwortlich gewesen sein, die sich nach dem gewaltsamen Vorgehen der Regierung gegen Protestierende zugetragen hatten.

Die islamistisch geprägte Bruderschaft ist nach einem Jahr an der Macht inzwischen von der neuen Regierung verboten und zu Terroristen erklärt worden.

“Die Moslems in Ägypten stehen zu Unrecht vor Gericht”, sagt eine Frau hier in Istanbul. “Das Urteil ist grausam, aber die Welt kümmert das nicht.”

Erst letzten Monat waren in einem ähnlichen Massenprozess in Ägypten auf einen Schlag 529 Todesurteile verhängt worden.

Die meisten wurden inzwischen in lebenslange Haft umgewandelt; 37 Todesurteile bleiben aber bestehen.

In einem anderen Urteil wurde die Bewegung “6. April” verboten. Diese Bewegung war am Sturz des früheren Dauermachthabers Hosni Mubarak beteiligt. Letztes Jahr waren schon drei ihrer Anführer festgenommen worden.