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Masamichi Kagaya: "Verstrahlte" Kunst aus Fukuschima

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Masamichi Kagaya: "Verstrahlte" Kunst aus Fukuschima

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Der japanische Künstler Masamichi Kagaya hat kurz nach der Katastrophe von Fukuschima damit begonnen, kontaminiertes Material vor Ort zu sammeln. Jetzt stellt er in der Yashashii Yokan Galerie in Tokio die Ergebnisse aus. Um die radioaktive Verstrahlung zeigen zu können, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann, arbeitet der Künstler mit Forschern zusammen. Kagaya hat zusammen mit seinem Mentor Mori Autoradiogramme erstellt, auf denen der Grad der Verseuchung in den Abstufungen der Schatten von Grau bis Schwarz sichtbar wird.

Das Ergebnis heisst “Strahlungsbilder aus Fukuschima”. Viele nennen das Kunst. Kagaya aber meint, es sei einfach eine Art, wissenschaftliche Fakten sichtbar zu machen: “Wir können den Grad der Verstrahlung messen und mit Zahlen festhalten. Wenn wir aber keine Bilder haben, können wir das nicht zuordnen. Deshalb habe ich die Strahlung visualisiert”, sagt er.

Kagaya hat sich dem kontaminierten Atomkraftwerk auf bis zu zehn Kilometer angenähert, um sein Material zu bekommen. Dabei setzte er sich einer Strahlung aus, die zehnmal höher war, als die empfohlenen Höchstwerte. Langfristig hofft der Künstler, dass seine Werke den Weg in Japans Schulbücher finden und an die Folgen der Katastrophe von Fukuschima erinnern.