Eilmeldung

Eilmeldung

Wahlen im Irak mit wenig Aussicht auf Besserung

Sie lesen gerade:

Wahlen im Irak mit wenig Aussicht auf Besserung

Schriftgrösse Aa Aa

Bagdad am Vorabend der irakischen Parlamentswahl. Es herrscht eine nächtliche Ausgangssperre. Am Tag bewegen sich die Einwohner der irakischen Hauptstadt von einem Kontrollpunkt zum nächsten. Trotz des riesigen Aufgebots an Sicherheitspersonal wird damit gerechnet, dass viele Wähler aus Angst nicht zur Wahl gehen werden. Allein im Monat März wurden in der Hauptstadt Bagdad 180 Zivilisten ermordet.
Der Al-Kaida-Ableger für den Irak schafft es, die Menschen mit seinen Drohungen einzuschüchtern.
Seit die letzten US-Einheiten im Dezember 2011 abzogen hat die Gewalt zugenommen.
Korruption gehört zum irakischen Alltag.

Es gibt dennoch Wähler, die sich nicht einschüchtern lassen wollen. Er werde in jedem Fall wählen, sagt ein Mann auf der Straße, denn es müsse sich etwas ändern im Land. Und mit Gottes hilfe, so hofft er, werde das auch gelingen.

Es wird allgemein damit gerechnet, dass der seit 2008 amtierende Regierungschef Nuri al Maliki auch eine dritte Amtszeit erreicht. Aussichtsreiche andere Kandidaten sind nicht in Sicht. Die Parteien sind immer noch nach ethnischer und religiöser Zugehörigkeit ausgerichtet. Die Wahlprogramme der Parteien sind so schwammig, dass sie ein Beobachter als “Geschichten aus 1001 Nacht” bezeichnete.

Der Schiit al Maliki, der auch die wichtigen Posten des Innen- und des Verteidigungsministers innehat, gilt schon wegen seiner Offensive gegen die sunnitischen Milizen als Favorit.

Der euronews-Korrepondent Mohammed Shaikhibrahim berichtet von seinen Schwierigkeiten, eine echte Wahlberichterstattung zu liefern. Er verweist auf den am Tag vor der Wahl schon geringer gewordenen Verkehr, der am Mittwoch, dem Wahltag, völlig zum Erliegen kommen soll. Um Anschläge zu vermeiden, ist das Benutzen privaten Fahrzeuge verboten. Die meisten Geschäfte, so Mohammed Shaikhibrahim, hätten deshalb auch schon am Vortag geschlossen.