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Attentate überschatten Parlamentswahl im Irak

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Attentate überschatten Parlamentswahl im Irak

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Die erste Parlamentswahl im Irak seit dem Abzug der US-Truppen wird von Bombenanschlägen überschattet.

Mindestens zwölf Menschen kamen seit der Öffnung der Wahllokale am Mittwoch landesweit ums Leben, etliche weitere erlitten Verletzungen.

Mehr als 20 Millionen Iraker sollen 328 Abgeordnete für das Parlament bestimmen.
Der schiitische Regierungschef Nuri al-Maliki strebt eine dritte Amtszeit an, ist aber nicht unumstritten. Er schüre die Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten, Arabern und Kurden, heißt es seitens der US-Regierung. Auch Schiiten machen den Premierminister für die Eskalation der Gewalt vor den Wahlen mitverantwortlich.

“Wir haben uns dieses Leben und das, was hier passiert, diese Explosionen, nicht ausgesucht. Wir sind gegen diese Gewalt. Hoffentlich stoppt Gott diese Explosionen, damit wir in Frieden leben können.”

“Diese Wahlen sind wie eine neue Vermählung zwischen dem Irak und dem irakischen Volk. Wir möchten, dass sich die Dinge ändern. Der Irak ist auf einem guten Weg und wir möchten nicht mehr zurückblicken.”

Die Wahlbeteiligung fällt nach Einschätzung von Beobachtern in den irakischen Konfliktregionen offenbar geringer aus als in Bagdad, wo mehr Sicherheitskräfte präsent sind.

Nikolai Miladinow, UN-Sondergesandter in Bagdad:

“Die irakische Wahlkommission hat sich professionell und sorgfältig auf den Urnengang vorbereitet. Sie verfügt über ausreichende Kompetenz und alle politischen Kräfte sollten der Kommission Vertrauen schenken. Sie wird bestmögliche Arbeit verrichten, um einen ordentlichen Ablauf der Wahlen zu garantieren.”

Mit ersten Ergebnissen der Parlamentswahl wird frühestens am Donnerstag gerechnet.

“Gemischte Gefühle herrschen heute vor in Bagdad,” erläutert der Euronews-Reporter vor einem Wahllokal in der irakischen Hauptstadt Bagdad.

“Die Angst vor Attacken ist allgegenwärtig während der Öffnungszeiten der Wahllokale. Die Iraker blicken allgemein eher skeptisch in die Zukunft und viele erhoffen sich eine Änderung ihrer Situation nach der Abstimmung.”