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Erdogan will Gülens Auslieferung

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Erdogan will Gülens Auslieferung

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wütet weiter gegen Kritiker und Gegner. So wies er zunächst die Worte des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck zurück, der Ankara unter anderem davor gewarnt hatte, die Demokratie zu gefährden. Deutschland, so Erdogan, solle sich lieber um Verbrechen gegen Türken in der Bundesrepublik kümmern und sich ansonsten nicht in die Angelegenheiten der Türkei einmischen.

Zu diesen Angelegenheiten gehört wohl auch die von Erdogan erhoffte Auslieferung des Islam-Predigers und Erdogan-Gegner Fetullah Gülen an die Türkei. Gülen lebt in den USA, hat aber nach wie vor großen Einfluss in der Türkei. Ein rechtliches Verfahren zur Auslieferung habe inzwischen begonnen, so der türkische Regierungechef.

Erdogan wiederum steht unter anderem wegen massiver Korruptionsfälle sowie der unter anderem damit verbundenen Abschaltung von Twitter und Youtube international in der Kritik. Auch darauf hatte sich Gauck bei seiner Rede vor seinem türkischen Amtskollegen Gül und Studenten bezogen, als er davor warnte, die Meinungsfreiheit und die Unabhängigkeit der Justiz einzuschränken. Der deutsche Präsident reagierte inzwischen auf Erdogans Wutrede. Er spreche kritische gesellschaftliche Themen an, das sei eine normale Sache unter Freunden.