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IWF: Kapital verschwindet, Russlands Wirtschaft stockt

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IWF: Kapital verschwindet, Russlands Wirtschaft stockt

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Der Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht Russland stagnieren: Er hat seine Wachstumsprognose 2014 deutlich gesenkt – von 1,3 Prozent auf nur noch 0,2 Prozent.

Und das könnte noch zu optimistisch sein, meint IWF-Experte Antonio Spilimbergo. Das Land stehe am Rand einer Rezession, die im Ukraine-Konflikt verhängten Sanktionen träfen die Wirtschaft hart. Experten bemängeln außerdem, dass der Kreml seinen Modernisierungskurs offenbar aufgegeben hat.

Zu schaffen macht Russland vor allem die Kapitalflucht: Allein in diesem Jahr könnten laut IWF 100 Milliarden Dollar aus dem Land abgezogen werden. Allein im ersten Quartal waren es nach russischen Angaben knapp 70 Milliarden Dollar, mehr als im ganzen vergangenen Jahr (63 Milliarden Dollar).

Laut Wirtschaftsberatung KPMG holen zur Zeit auch viele deutsche Unternehmen ihr Geld aus Russland zurück. Bisher seien die Firmen aus der Bundesrepublik eine der größten Quellen für Direktinvestitionen in Russland gewesen. Nach Bundesbank-Statistiken haben deutsche Firmen gut 20 Milliarden Euro in dem Land investiert. Über Jahre hätten die Firmen auf Wachstum gesetzt und ihre Einnahmen aus dem Russlandgeschäft weitgehend für neue Investitionen in dem Schwellenland genutzt, so KPMG. Nun zögen viele ihr Kapital ab.

Die USA hatten jüngst Genehmigungen für die Ausfuhr von Hochtechnologie-Produkten zurückgenommen, wenn diese vom russischen Militär verwendet werden können. Zudem wurden Strafmaßnahmen gegen enge Vertraute von Präsident Wladimir Putin verhängt. Auch die EU hatte Konten von Personen aus der russischen Staatsführung eingefroren.

su mit Reuters