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Wahl im Irak: "Die Menschen haben große Opfer gebracht"

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Wahl im Irak: "Die Menschen haben große Opfer gebracht"

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Die Sicherheitsvorkerhungen sind hoch bei den Wahlen im Irak. Wie hier in Basra kontrollieren Sicherheitskräfte Autos, gleichen Namenslisten mit Ausweisen ab. Eigentlich soll niemand die Abstimmung stören, allerdings haben Extremisten bereits in mehreren Orten zugeschlagen, zwei Frauen kamen nördlich von Kirkuk ums Leben, andernorts schlugen Handgranaten neben Wahllokalen ein.

Unser Korrespondent in Bagdad, Mohammed Shaikhibrahim, hat mit dem Politik-Analysten Wathik al-Haschimi über die Herausforderungen bei dieser Wahl gesprochen.

Al-Haschimi: “Die Hürden bei dieser Wahl sind, verglichen mit den Wahlen 2005 und 2010, sehr hoch. Zunächst geht es um das Thema Sicherheit. Terroristen versuchen, die Wahl zu sabotieren. Dabei geht es um weltweit operierende Gruppen, die aus dem Nahen Osten stammen. Es besteht die Furcht vor Anschlägen auf Wahllokale und Menschenansammlungen. Dann stellt der politische Konflikt eine enorme Herausforderung da. Eine solche Spaltung zwischen den drei politischen Gruppen, den Sunniten, den Schiiten und den Kurden, hat es noch nie gegeben. Außerdem könnte die Wahlbeteiligung niedrig sein, denn bei den zurückliegenden Wahlen haben die Menschen zwar die Grundlagen für die Demokratie gelegt, sie haben angesichts des Terrors große Opfer gebracht, aber die Ergebnisse waren nicht so, wie sie gehofft hatten.”

Wie der Irak nach diesen Wahlen aussehen wird, will unser Reporter wissen.

Al-Haschimi: “Es wird wohl für keine Partei ein klares Ergebnis geben, ich erwarte ein enges Rennen, keine Gruppe wird die Mehrheit erhalten. Es wird wohl noch mehr als ein Jahr dauern, bis eine Regierung steht. Der Präsident des Landes, Dschalal Talabani, fehlt krankheitsbedingt seit mehr als zwei Jahren, und der Vize-Präsident darf das Parlament nicht einberufen, weil das gegen die Verfassung wäre. Wir werden außerdem weiteren Druck vom Iran, von Saudi Arabien, Katar, der Türkei und den USA auf die drei Gruppen, die Sunniten, Schiiten und Kurden sehen, denn es gibt viele gemeinsame Interessen unter diesen Gruppen. Die ganze Lage wird also sehr kompliziert.”