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Was die Medizin von Rippenquallen lernen könnte

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Was die Medizin von Rippenquallen lernen könnte

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Vor der Küste Floridas liegt ein schwimmendes Forschungslabor vor Anker. Hier untersucht das Wissenschaftlerteam um den Neurobiologen Leonid Moroz die sensationelle Selbstheilungsfähigkeit bestimmter Meereslebewesen, allen voran der Rippenquallen. Die Forscher nennen sie auch die “Aliens der Meere”, weil sie dazu in der Lage sind, zerstörtes Körpergewebe zu regenerieren.
Von dieser Fähigkeit, glaubt das Team, könnte die Medizin lernen. Deswegen wird die DNA der Meerestiere genauestens unter die Lupe genommen. Die Forscher wollen verstehen, welche genetischen Vorgänge für den Selbstheilungsprozess verantwortlich sind.

Die zu den Hohltieren gehörende Art verfügt über kein eigentliches Gehirn, dafür ein verzweigtes Nervenzellensystem, das sich nach einer Verletzung in Rekordzeit regeneriert.

Rachel Sanford, University of Florida: “Ich arbeite mit diesen seltsamen Tieren, die aussehen wie Quallen, aber keine echten Quallen sind, weil ihnen die dafür charakteristischen Nesselzellen fehlen. Ich seziere ihr Gehirn, das dann von alleine nachwächst. Ich versuche zu verstehen, wie das möglich ist, welche Molekularvorgänge im Körper dafür sorgen, dass ein elementares Gehirn neu nachwachsen kann.”

Das Forschungsschiff ist mit den für die Genom-Sequenzierung notwendigen Instrumenten ausgestattet, die auch bei starkem Seegang funktionieren. Die Daten werden über Satellit an den Riesencomputer der University of Florida geschickt, der diese auswertet und innerhalb weniger Stunden zurück sendet. Die Erkenntnisse über die Nervenzellen-Regeneration könnten bei der Erforschung neuer Behandlungsmethoden nach Rückenmarks- oder Gehirnverletzungen dienen.