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Barroso: Εrweiterung hat EU sicherer und stärker gemacht

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Barroso: Εrweiterung hat EU sicherer und stärker gemacht

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Für José Manuel Barroso ist es sein Abschiedsbesuch in der US-Hauptstadt. Noch einmal sprach er mit Abgeordneten und Senatoren, mit den obersten Richtern und bekam einen Orden, den “Distinguished Leadership Award”, vergeben vom “Atlantic Coucil”. Die Ehrung war ausdrücklich dem 10. Jahrestag der umfangreichsten EU-Erweiterung gewidmet. Barroso betonte, die Erweiterung habe Europa sicherer und stärker gemacht. Danach nutzte euronews-Korrepondent Stefan Grobe die Gelegenheit für ein Interview.

euronews
Herr Präsident, lassen Sie uns über die Beziehungen sprechen zwischen EU und USA.
Der NSA-Skandal wirkt immer noch nach, die Gespräche zum Freihandelsabkommen gestalten sich schwierig. Auf beiden Seiten gibt es Widerstände. Wo stehen wir jetzt? Was meinen Sie?

José Manuel Barroso:
Es ist wichtig zu verstehen, dass diese transatlantische Handels-und Investitionspartnerschaft zu einem echten Wandel im globalen Wirtschafts-Szenario führen kann.
Wenn zwei der wichtigsten Volkswirtschaften, wie jene der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten, sich auf diese Vereinbarung zu Handel und Investitionen einigen, dann hat das nicht nur Auswirkungen für uns, für Wachstum und Beschäftigung bei uns, sondern weltweit.
Es gab und es gibt einige Bedenken in Sachen Überwachung durch amerikanischen Agenturen. Das ist natürlich ein sehr ernstes Thema und wir haben unseren amerikanischen Partnern unsere Bedenken in klarer und nachdrücklicher Form dargelegt. Wir werden weiterhin darüber im Gespräch bleiben.

euronews : Thema Ukraine: Russlands Präsident Putin reitet daheim auf einer Welle der Popularität, an der Sanktionen bisher nichts geändert haben. Was muss man anders machen, damit Russland merkt, dass es ernst wird?

José Manuel Barroso :
Unser Ziel ist, Moskau zu zeigen, dass es wichtig ist, die Lage zu deeskalieren, was sie bisher nicht getan haben. Die Russen könnten zumindest zwei Massnahmen ergreifen. Einmal einen öffentlichen und unmissverständlichen Appell an die Separatisten richten, damit die ihre Aktionen im östlichen Teil der Ukraine einstellen und die Waffen niederlegen. Und die Duma könnte ihre dem Präsident erteilte Vollmacht für eventuelle Gewaltanwendung in diesem Konflikt zurückziehen.

euronews : In ein paar Monaten werden Sie den Posten des EU-Kommissions-Präsidenten verlassen. Wo sehen Sie Ihre größten Erfolge, Ihre Enttäuschungen, Ihre Fehler?

José Manuel Barroso
Die Tatsache, dass wir in diesen sehr schwierigen Zeiten es schaffen, in Europa zusammenzuhalten, offen und jetzt noch stärker, das hat nach meiner Meinung eine große Bedeutung und zeigt, dass die EU stark ist. Dass die Integrationskräfte stärker sind als die Kräfte der Auflösung. Und ich bin stolz auf den Beitrag, den die EU-Kommission dabei geleistet hat.

euronews : Welchen Rat haben Sie für Ihren Nachfolger? José Manuel Barroso: Normalerweise hören Nachfolger nicht so gerne Ratschläge der Vorgänger. Aber wenn ich darf , würde ich raten, geduldig zu sein, zu beraten. Die EU-Kommission mit ihren 28 Mitgliedern zu führen ist nicht einfach. Es ist aber wichtig für die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, dem Rat und dem Europäischen Parlament. Also muss man viel Geduld und Entschlossenheit haben, auch eine gute körperliche Verfassung. Vor allem aber braucht man die Leidenschaft für Europa. Wer das hat, kann das Amt ausfüllen.