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Festnahme des Sinn-Fein-Chefs sorgt für politische Verstimmung in Nordirland

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Festnahme des Sinn-Fein-Chefs sorgt für politische Verstimmung in Nordirland

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Seit Mittwoch wird der Vorsitzende der irisch-republikanischen Sinn-Fein-Partei, Gerry Adams, von der Polizei befragt – zu einem Mord der IRA im Jahr 1972.

In der Selbstverwaltung, wo die einst bitter verfeindeten nordirischen Lager nun im Sinne eines politischen Prozesses kooperieren, sorgt Adams Verhaftung für neue Spannungen.

Für den nordirischen Vize-Regierungschef, Adams Parteikollegen Martin McGuinness, ist die Festnahme klar politisch motiviert: “Ich sehe seine Festnahme als den Versuch, den Ausgang der Wahlen zu beeinflussen, die in drei Wochen im Norden und Süden dieser Insel abgehalten werden.”

Der pro-britische Regierungschef Peter Robinson hingegen spricht von Geschichtsbewältigung: “Ich meine, dass es den politischen Prozess in Nordirland stärkt, wenn die Menschen wissen, das niemand über dem Gesetz steht.”

Auch die britische Regierung in London streitet eine Beteiligung und politische Motive ab. Premierminister David Cameron: “Wir haben eine unabhängige Justiz, sowohl hier in England wie auch in Nordirland, und es gibt absolut keine politische Einflussnahme in diesem Fall.”

Die IRA hatte 1972 die damals 37-jährige Jean McConville als mutmaßliche Verräterin vor den Augen ihrer zehn Kinder entführt und später getötet.

Gerry Adams, einst einer der führenden Köpfe und später Oberbefehlshaber der paramilitärischen Untergrundorganisation, hat eine Verbindung mit dem Mord stets abgestritten.

McConvilles sterbliche Überreste wurden erst im Jahr 2003, mehr als 30 Jahre später, an diesem Strand entdeckt.