Eilmeldung

Eilmeldung

Plastikmüll in extremer Tiefe belastet Europas Küstengebiete

Sie lesen gerade:

Plastikmüll in extremer Tiefe belastet Europas Küstengebiete

Schriftgrösse Aa Aa

Von Menschen produzierter Müll lagert sich noch tiefer auf Meeresböden ab als bislang vermutet. Laut einer Studie der Universität der Azoren fanden Forscher rund um Europa an allen 32 untersuchten Stellen Abfall.
Dieser verteile sich sowohl auf flache Küstenregionen wie auch in 4500 Meter tiefen Unterwassergräben. Plastik in Form von Flaschen und Tüten stellt demnach mit 41 Prozent den Großteil des entdeckten Abfalls. Ein weiteres Drittel bestand aus Fischereimüll wie Netzen und Leinen.

Die höchste Mülldichte wurde im Tiefseegraben Lisbon Canyon vor der Küste Portugals ausgemacht.

Nach Angaben der Vereinten Nationen gelangen jährlich 6,4 Millionen Tonnen Müll ins Meer. Tiere verenden durch die Aufnahme von Müll oder verfangen sich darin. Ferner werden giftige Sustanzen freigesetzt und die Ausbreitung gebietsfremder Arten gefördert. Zudem zerfällt Plastik in winzige Partikel, die bereits in Nordsee-Fischen und Langusten entdeckt wurden.

www.plosone.org


A = Plastic bag entrapped by a small drop stone recorded at the HAUSGARTEN observatory (Arctic) at 2500 m; B = Litter recovered within the net of a trawl in Blanes open slope at 1500 m; C = “Heineken” beer can in the upper Whittard canyon at 950 m; D = Plastic bag in Blanes Canyon at 896 m; E = “Uncle Benn’s Express Rice” packet at 967 m in Darwin Mound with the ROV “Lynx” (National Oceanography Centre, UK); F = Cargo net entangled in a cold-water coral colony at 950 m in Darwin Mound