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Schweizer "Gripen"-Debatte wird zur Debatte über Frauen

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Schweizer "Gripen"-Debatte wird zur Debatte über Frauen

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In zweieinhalb Wochen entscheiden die Schweizer, ob ihre Luftwaffe neue Kampfflugzeuge bekommen soll.

Der Verteidigungsminister ist überall im Land unterwegs, um den Stimmbürgern den teuren Kauf von 22 schwedischen “Gripen”-Jets schmackhaft zu machen.

Dabei ist Ueli Maurer jetzt aber angeeckt, mit einer Bemerkung auf einer Veranstaltung
von Befürwortern in Zug.

Die Internetzeitung “Zentral+” war dabei und schildert, Maurer habe dazu aufgefordert zu überlegen, wie viele dreißig Jahre alte Gebrauchtgegenstände jeder noch zuhause habe – dreißig Jahre eben, wie die zu ersetzenden “Tiger”-Flugzeuge.

Bei ihm zuhause, so Maurer, sei das nur “die Frau, die den Haushalt schmeiße”.

Die Journalistin von «Zentral+» sagte der “Neuen Zürcher Zeitung”, sie habe diese Aussage nicht aufgenommen, sie aber praktisch wörtlich wiedergegeben.

Etliche Schweizerinnen nehmen Maurer die Äußerung nun krumm und wehren sich dagegen, als Frau mit alten, gebrauchten Gegenständen verglichen zu werden.

Dabei folgen sie unter anderem dem Aufruf einer Berner Stadträtin und veröffentlichen
Bilder von sich selbst: Dort halten sie meistens Zettel in die Kamera, auf denen sie in Stichpunkten ihr Leben beschreiben – ein erfülltes Leben in Beruf und Familie; eben nicht das eines alten, gebrauchten Gegenstands.

Inzwischen schildern andere Zeitungen auch ähnliche Bemerkungen Maurers bei Veranstaltungen im Aargau und in Neuenburg. Sein Verteidigungsdepartement kommentiert die Äußerungen nicht.

Maurer selbst sagte inzwischen, er habe diesen Witz wohl schon fünfzehn Mal gemacht, ohne damit Anstoß zu erregen. Er verstehe ihn als Kompliment für Frauen.

Die mögliche Auswirkung der Bemerkungen auf die Volksabstimmung am 18. Mai – unbekannt.