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WHO: Antibiotika werden im Kampf gegen Bakterien nutzlos

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WHO: Antibiotika werden im Kampf gegen Bakterien nutzlos

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Antibiotika sind eine großartige Waffe des Menschen gegen Bakterien – nur: Immer öfter versagen sie.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt fest, dass die Krankheitserreger sich oft angepasst haben.

Diese Resistenz sei jetzt eine der größten Gesundheitsgefahren, heißt es in ihrem ersten weltweiten Bericht zu diesem Thema.

Ohne wirksame Antibiotika könnten Verletzungen und Infektionen auf einmal wieder töten, die an sich schon lange behandelbar waren.

Das sei auch keine regionale Erscheinung, nicht nur in armen oder in reichen Ländern,
sagt Keiji Fukida, der verantwortliche WHO-Vertreter: Es komme in allen Ländern der Welt vor.

Dass es so schnell soweit gekommen ist, hat einen einfachen Grund: Antibiotika werden bedenkenlos in rauhen Mengen eingesetzt.

Zum einen sei da der übermäßige Einsatz in der Tierproduktion, sagt Jean-Baptiste Ronat, Mikrobiologe bei “Ärzte ohne Grenzen”.

In den USA und überall in der Welt würden Antibiotika als Wachstumsmittel gegeben. In Europa sei der Einsatz eingeschränkt.

Und zum anderen, so Ronat weiter, sei da der übermäßige Einsatz beim Menschen.

Die WHO empfiehlt jetzt zum Beispiel, dass Antibiotika nur verschrieben werden, wenn
es unbedingt nötig ist.

Auf sogenannte Breitband-Antibiotika sollte verzichtet werden, zugunsten gezielter Wirkstoffe.

Diese Ratschläge sind allerdings nicht neu, ebenso wenig wie die Erkenntnisse – genützt haben sie bisher nichts.

Dazu verlangt die WHO ein leistungsfähiges Labornetz, das Resistenzen schnell erkennt und rasches Gegensteuern ermöglicht. Dazu seien aber nicht alle Länder in der
Lage.

Untersucht wurden vor allem sieben Bakterienarten, die einige allgemein bekannte Krankheiten auslösen – wie Blutvergiftung oder Lungen- und Harnwegsentzündungen.

Das Ergebnis: Einer der häufigsten Erreger für Infektionskrankheiten, das Darmbakterium Klebsiella pneumoniae, ist überall auf der Welt stark resistent gegen Antibiotika.

Ähnlich sei die Entwicklung bei etlichen anderen Bakterienarten und den jeweils gegen
sie eingesetzten Wirkstoffen.