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Erdrutsch in Afghanistan: Suche nach Überlebenden eingestellt

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Erdrutsch in Afghanistan: Suche nach Überlebenden eingestellt

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Einen Tag nach der verheerenden Schlammlawine im Norden Afghanistans gibt es kaum Hoffnung auf Überlebende – Dorfbewohner und Nachbarn suchen nach den Körpern der Verschütteten. Diese liegen schätzungsweise bis zu 100 Meter unter den Schlammmassen begraben. Mehr als 2000 Bewohner des Dorfes Ab-e-Barik in der Provinz Badachschan wurden verschüttet. Die lokale Regierung bestätigte den Tod von 300 Menschen und das Ende der offiziellen Suche nach Überlebenden.

“Ich habe die Regierung dazu aufgefordert zu kommen und dabei zu helfen, die Körper zu bergen”, so ein Dorfbewohner. “Wir haben es bisher geschafft, zehn bis 15 Leichen zu finden, die anderen Dorfbewohner sind hier verschüttet.”

Eine Dorfbewohnerin klagte: “Sieben Mitglieder meiner Familie waren hier, als die Lawine kam, vier oder fünf wurden getötet. Ich lebe nur noch halb, was soll ich tun?”

Mehr als 4000 Menschen mussten in Folge der Katastrophe ihre Häuser verlassen. Hilfskräfte der Vereinten Nationen, des afghanischen “Roten Halbmondes” und anderer Organisation versorgen die Überlebenden. Gebraucht werden vor allem Wasser, Nahrung und eine medizinische Versorgung, so ein UN-Sprecher. Die Behörden befürchten, dass es in dem Gebiet zu weiteren Erdrutschen kommen könnte.

In der Region hatte es in den vergangenen Tagen wie jedes Jahr im Frühjahr stark geregnet. Die heftigen Niederschläge verursachen regelmäßig Überschwemmungen und Schlammlawinen. In der vergangenen Woche kamen in Nordafghanisten durch Überschwemmungen bereits mehr als 100 Menschen ums Leben. “In den vergangenen sieben Tagen sind mehr Afghanen bei Naturkatastrophen getötet worden als im ganzen Jahr 2013”, sagte der UN-Nothilfekoordinator in Afghanistan, Mark Bowden.