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Tragödie von Odessa: Ukraine und Russland beschuldigen sich gegenseitig

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Tragödie von Odessa: Ukraine und Russland beschuldigen sich gegenseitig

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Einen Tag nach den schweren Krawallen steht Odessa unter Schock. Anhänger und Gegner der Übergangsregierung in Kiew lieferten sich in der Schwarzmeerstadt Straßenschlachten. Offizielle Bilanz: 46 Tote, mehr als 200 Verletzte und rund 140 Festnahmen. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow warf der Polizei in Odessa vor, nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben. Es wurden Ermittlungen eingeleitet.

Im Osten des Landes liefern sich ukrainische Truppen weiterhin Gefechte mit moskautreuen Aktivisten. Russischen Medien zufolge wurden in Kramatorsk mehrere Zivilisten getötet.

In Bezug auf die Tragödie von Odessa beschuldigen sich die Ukraine und Russland gegenseitig. Hinter den Ausschreitungen in der Schwarzmeerstadt steckten Vertraute des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, die Saboteure finanziell unterstützt hätten, sagte eine Sprecherin des ukrainischen Geheimdienstes SBU.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wiederum erklärte:“In der Tragödie von Odessa haben Nationalisten und Radikale mit der Erlaubnis der Behörden unschuldige und unbewaffnete Menschen verbrannt. Die Regierung in Kiew ist nicht nur für diese Verbrechen verantwortlich, sondern hat sich auch mitschuldig gemacht.” Peskow forderte zudem die ukrainische Regierung auf, die für 25. Mai geplante Präsidentenwahl abzusagen. Eine Abstimmung vor dem Hintergrund von Gewalt sei “Unsinn”. Russland erhalte “Tausende Hilferufe” aus dem krisengeschüttelten Osten des Nachbarlandes.