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Nordirland: Sinn Fein-Chef Gerry Adams wieder freigelassen

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Nordirland: Sinn Fein-Chef Gerry Adams wieder freigelassen

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Nach fünf Tagen in Haft wurde der nordirische Politiker Gerry Adams am Sonntagabend wieder freigelassen. Der Vorsitzende der pro-irischen Partei Sinn Fein war wegen eines Mordvorwurfes von der Polizei in Belfast verhört worden. Adams beteuerte bei einer Pressekonferenz erneut seine Unschuld: “Ich möchte deutlich machen, dass ich an keinem Komplott zur Entführung, Tötung oder Beerdigung von Frau McConville beteiligt war. Ich habe dabei geholfen, diese Ungerechtigkeit wiedergutzumachen.”

Adams war im Zusammenhang mit dem Mord der IRA an der angeblichen Verräterin Jean McConville verhaftet worden. Seine Partei hatte im Zuge der Verhaftung von einer Gruppe innerhalb der Polizei gesprochen, die gegen den Friedensprozess agiere. Adams: “Ich unterstütze die Polizei von Nordirland. Die alte Garde, die gegen den Wandel ist, kann nicht gewinnen, ob sie in der Polizeiführung sitzt oder unter den Vertretern einer Einheit mit Großbritannien oder den selbsternannten Pseudorepublikanern.”

Adams wurde zunächst ohne Anklage entlassen. Die Polizei übergab die Akte an die Staatsanwaltschaft. Seine Verhaftung sorgt für politische Spannungen in Nordirland. Ermittler hatten neue Informationen erhalten, laut denen Adams den Mord als führendes IRA-Mitglied in Auftrag gegeben hatte.

Der 65-Jährige hatte stets bestritten, Teil der bewaffneten Untergrundorganisation gewesen zu sein. Er war einer der Verantwortlichen für das Karfreitagsabkommen von 1998. Die Einigung beendete den jahrzehntelangen gewalttätigen Konflikt zwischen pro-irischen und pro-britischen Kräften in Nordirland.