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Von Filmen lernen

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Filme öffnen die Türen zu neuen Welten. Das ist bekannt. Dass durch Kino auch Bildungslücken geschlossen werden können, haben wir im südfranzösischen Nizza herausgefunden.

Theater und Musik stehen heute auf dem Stundenplan. So sollen die Schüler kreativer werden. Um ihre Wissenslücken zu schließen, kommen junge Erwachsene in ein Nachhilfezentrum. Wie Allisson, sie will Krankenschwester werden. Sie meint, “ich habe in der Schule zuviel Spaß gemacht, ich habe dem Lehrer nicht zugehört. Das war das Problem. Ab der 5. Klasse hatte ich dann mehr und mehr Lücken.”

“Ich habe Probleme mit Mathe und Englisch. Das holen wir hier nach. Deshalb habe ich wirklich Glück, weil ich meine Kenntnisse aufbessern kann,” fügt die zukünftige Krankenschwester hinzu.

José kam vor einem Jahr aus Portugal. Er will in dem Zentrum vor allem Französisch lernen. In der Schule lief es für ihn nicht immer rund. Er erinnert sich: “Ich kam morgens immer zu spät. Ich war einfach zu müde und faul, wenn der Wecker klingelte. Ich hatte abends auch Fußballtraining, deswegen war das Aufstehen morgens ziemlich hart.”

Das Unterrichten von jungen Erwachsenen will gelernt sein. Um ihr didaktisches Handwerkszeug aufzubessern, kommen 16 Lehrer aus neun europäischen Staaten nach Nizza. Sie nehmen am Grundtvig Workshop teil. Einem Programm, das nun zu Erasmus Plus gehört. Ziel ist, von Filmen zu lernen. Diesmal geht es um Filme des Kurzfilmfestivals von Nizza.

Der Koordinator des Workshops Nicolas Deliau erklärt: “Wir haben vorab ein Treffen, auf dem wir uns die Filme ansehen, darüber diskutieren, welche Filme man zeigen oder nicht zeigen kann, was interessant ist, wie man die Schüler einbinden kann. Und wie sie vom passiven zum aktiven Zuschauer werden können. Denn die Beteiligung ist wichtig.”

David Yáñez Barroso ist Lehrer in Portugal. Er findet, “der Film als didaktisches Werkzeug eignet sich sehr gut, weil er eine universelle Sprache spricht. Jeder kann einen Film verstehen. Zwei Menschen mit einem total unterschiedlichen Background, was Bildung, Nationalität und Muttersprache betrifft, verstehen das selbe Konzept.”

Vom Dialog zum aktiven Wortschatz: Um Schreibschwächen zu bekämpfen und ihr Vokabular aufzubessern, sollen die Schüler selbst Untertitel schreiben.

Wojciech findet, “es ist schwierig. Du musst auf die Länge der Dialoge achten, verstehen, worüber sie sprechen und es aufschreiben. Sie haben uns erklärt: Für eine Filmminute braucht man eine Stunde. Wir können dem Publikum nicht zu viel Text zumuten, denn man muss sich auf die Szenen und die Schauspielerei konzentrieren können.”

What’s In It For Me?

Die Lehrerin Anthea Scerri meint, “das ist neu für mich. Ich persönlich habe noch nie Kurzfilme eingesetzt, um junge Erwachsene zu unterrichten. Das ist ein neues Werkzeug, über das ich mehr erfahren will.”

David Yáñez Barroso fügt hinzu: “Es wird eine universale Sprache gesprochen. Filme sind auch sehr unterhaltsam, das ist wichtig, arbeitet man mit Studenten, die sich nicht lange motivieren können oder Probleme in der Schule haben.”

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Mehr zum Thema:

Alisson und José (beide 18 Jahre alt) besuchen ein Nachhilfezentrum, das Unterricht in Französisch, Englisch, Mathematik und Informatik anbietet. So sollen Leute mit großen Lernlücken auf das Berufleben vorbereitet werden. http://www.cf2m.com/

Der Name des Workshops lautet: “Short Film Serving The Fight Against Illiteracy”. Die Teilnehmer kommen aus Österreich, Bulgarien, Lettland, Malta, Polen, Rumänien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden: http://nicegrundtvig2014.wordpress.com/

Heliotrope Association (Workshop): http://www.nicefilmfestival.com/court-metrage/