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20 Jahre Eurotunnel

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20 Jahre Eurotunnel

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Es war der 6. Mai 1994, die Queen und Frankreichs Präsident François Mitterrand eröffnen den Eurotunnel, jenes gigantische Bauwerk, das Großbritannien mit Frankreich verbindet – ein jahrhundertealter Traum ging in Erfüllung. Heute, 20 Jahre später, gehört die Strecke unter dem Ärmelkanal mit bis zu 400 Zügen täglich zu den am meisten genutzten Schienen weltweit.

Der Tunnel, der England und Frankreich verbindet, verläuft rund 37 Kilometer unter dem Ärmelkanal, 75 Meter unter der Wasseroberfläche. Insgesamt misst das Bauwerk mehr als 50 Kilometer.

Die Arbeiten begannen 1987 auf englischer, im Jahr darauf auf französischer Seite. Elf riesige Bohrmaschinen gruben sich pro Tag um 76 Meter nach vorn. Am 1. Dezember 1990 war Durchstich, wurden beide Seiten verbunden.

Das Tunnelsystem besteht aus drei Röhren, zwei sind für den Zugverkehr, und eine kleinere, in der Mitte, dient als Servicetunnel. Über diesen laufen Wartungsarbeiten, bei Notfällen werden Passagiere hier evakuiert und die Belüftung läuft über ihn.

Lastwagen, Reisebusse, Autos, Motorräder, alles wird im “Shuttle” genannten Autozug durch den Tunnel gefahren. Derzeit gibt es 25 solcher Shuttle-Züge, alle 44 Tage, beziehungsweise immer nach 30.000 Kilometern werden sie gewartet. Instandhaltung und Sicherheit gehören zu den wichtigsten Aufgaben bei diesem Projekt, an dem 13.000 Ingenieure, Techniker und Bauarbeiter beteiligt waren.

Der Eurotunnel war nicht nur ein technisches, sondern auch ein finanzielles Abenteuer. Der Bau wurde zu 100 Prozent privat finanziert. Hunderte Kleinaktionäre hatte 1987 Anteile gekauft – vierzehn Jahre später kam es für sie fast zum Ruin. Wegen zu wenig Verkehrs hatte der Betreiber enorme Schulden angehäuft.

Es kam zur Umschuldung, und 2009 konnte Eurotunnel erstmals eine Dividende auszahlen – der Schritt war für 1997 vorgesehen.

Inzwischen sind die Zeiten rosiger, im Oktober 2012, dem Jahr der Londoner Olympiade, feierte der Eurotunnel seinen 300 Millionsten Passagier.