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Not und Plünderungsversuche nach Erdrutsch in Nordafghanistan

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Not und Plünderungsversuche nach Erdrutsch in Nordafghanistan

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Vier Tage nach dem verheerenden Erdrutsch im Nordosten Afghanistans wird die Lage vor Ort immer angespannter. Polizisten feuerten am Dienstag Warnsalven in die Luft, um aufgebrachte Überlebende und Bewohner armer benachbarter Gemeinden auf Distanz zu halten. Diese hatten zuvor versucht, einen Transporter mit Hilfsgütern zu plündern:

“Es kam zum Streit, dann fielen die Schüsse. Unsere Mitarbeiter waren aber nicht in Gefahr”, so Matthew Gordon von der Internationale Organisation für Migration, die am Hilfseinsatz beteiligt ist.

Doch nicht nur nur die Not belastet die Situation, auch die stockend verlaufende Bergungsaktion. Von der Regierung in Kabul ist bislang weniger Hilfe als erhofft und kaum schweres Gerät eingetroffen.

“Fünfzehn Mitglieder meiner Familie sind gestorben, sie sind alle unter dem Schlamm”, so ein Überlebender. “Wir wollen, dass ihre Leichen geborgen werden. Wenn es eine Flut gibt, dann könnte das Wasser die Leichen wegtragen.”

Noch immer ist unklar, wie viele Dorfbewohner ums Leben kamen, die Schätzungen liegen zwischen einigen hundert und 2.500 Opfern. Die Regierung spricht von 300 zerstörten Häusern. Etwa 250 Tote sollen bisher identifiziert worden sein.