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Eine Reise durch die Welt der mazedonischen Küche


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Eine Reise durch die Welt der mazedonischen Küche

Die mazedonische Küche ist eine faszinierende Mischung mit mediterranen und orientalischen Einflüssen. Euronews-Reporterin Katharina Kaun hat sich auf ein kulinarisches Abenteuer begeben.

Es herrscht geschäftiges Treiben in einem der besten Restaurants Skopjes. Köchin Natalie Bojadjievska bereitet traditionelle Gerichte zu, wie die mazedonische Pfanne, ein Mix aus Schweine- und Rindfleisch mit Zucchini und Auberginen. Sie erzählt: “Die mazedonischen Gerichte sind sehr einfach zuzubereiten. Sie sind sehr reichhaltig, nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Farbe. Unsere Küche ist unsere Lebensart, es sind einfach nur Gerichte.“

Gievski Ljupco ist seit mehr als 30 Jahren mit Leib und Seele Koch und Botschafter für die einheimische Gourmet-Küche. Er sagte zur einheimischen Küche: “Unsere Küche unterscheidet sich von unseren Nachbarländern, denn wir essen mehr Gemüse, gekocht oder frisch, Salate und wir versuchen, uns gesund zu ernähren.”

Auf dem “grünen Basar”, den es in jeder Stadt gibt, machen die Einheimischen ihre Wocheneinkäufe. Sie essen meist, was im eigenen Land saisonal wächst. Der fruchtbare Boden und das warme Klima bieten die idealen Bedingungen für den Anbau von zahlreichen Obst- und Gemüsesorten.

Der Einfluss auf die mazedonische Küche kommt von nah und fern. Sie ist ein Schmelztiegel der Kulturen und hat sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt, erklärt Nebojscha Vukovisch, Präsident der gastronomischen Vereinigung: “Die mazedonische Küche ist eine bunte Mischung. Sie wurde von Menschen, die hier nach Mazedonien gekommen sind und ihre Spuren hinterlassen haben, inspiriert. Gleichzeitig gab es auch einen großen Einfluss von unseren Einheimischen, die in die Welt hinaus gegangen sind und dann die Essgewohnheiten der anderen Kulturen mit nach Hause brachten. Besondere Auswirkungen hatte über Jahrhunderte die Küche von Ländern wie Iran, Irak, Afghanistan und Pakistan. In jüngerer Zeit beeinflussen die österreichische, ungarische, italienische und französische Küche unsere Rezepte.“

Gemeinsames Kochen ist Teil der Tradition des Landes. Besonders beliebt sind Feste in den Wochenendhäusern. Familie Jovanovski verbringt jedes Wochenende in ihrem kleinen Haus nahe Skopje. Ihre Kinder kommen häufig mit Freunden zu Besuch. Mutter Nina Javanovski unterstreicht: “Die Mazedonier treffen sich oft in ihren Wochenendhäusern. Wir wollen Zeit miteinander verbringen und gemeinsam kochen, denn wir sind dafür bekannt, gute Esser zu sein.”

Aber nicht nur die mazedonische Küche blickt auf eine lange Geschichte zurück, auch die Weinkultur hat Tradition. Bereits seit der Antike werden im Land edle Tropfen fabriziert. Herz des mazedonischen Weinanbaus ist die Region Tikveš. Die Kellereien schmiegen sich hier in die Täler entlang des Vardar-Flusses, darunter auch das Popova Kula-Weingut.

Gründer Jordan Trajkov war ein erfolgreicher Banker als er das kalifornische Weingebiet Napa Valley besuchte. Die Erfahrung inspirierte ihn dazu, zu seinen Wurzeln zurückzukehren und die Tradition des Weinanbaus seiner Vorfahren fortzuführen. Seine ersten Weinstöcke pflanzte er vor über zehn Jahren. Besonders stolz er ist er auf eine der ältesten Sorten der Welt: Stanuisha, auch “mazedonisches Mädchen” genannt. Er erzählt: “Wir haben Stanushina vor dem Aussterben gerettet. Es ist eine regionale Sorte, die in Vergessenheit geraten war. Keiner hat mehr Wein daraus produziert. Ich bin mit meinem Vater in abgelegene Dörfer gefahren, habe auf Hinterhöfen von leer stehenden Häusern gesucht und dann haben wir die Weinreben, die wir gefunden haben hinter uns eingepflanzt. Unser Ziel ist es, die lokalen und regionalen Sorten zu retten und sie der Wein-Welt zu zeigen.”

Katharina Kaun: von Gaumenfreuden zu prachtvollen Bauwerken: In der nächsten Ausgabe von „Macedonian Life“ reisen wir in die Stadt Ohrid, die am Ufer des ältesten Sees Europas liegt und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wir entdecken byzantinische Meisterwerke und archäologische Schätze, Zeugen einer längst vergangenen Epoche.“

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