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Kampf um Alstom-Energiesparte: Nadelstiche statt Gladiatoren-Show

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Kampf um Alstom-Energiesparte: Nadelstiche statt Gladiatoren-Show

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Zeig’ mir dein Pokerface, ich zeig’ dir meines: Noch ist nichts entschieden im Übernahmekampf um Alstom. Analysten haben alle Hände voll zu tun: Warum streicht der angeschlagene französische Industriekonzern Alstom mitten im Streit über die Zukunft seiner Energiesparte den Aktionären die Dividende?

Der US-Konkurrent General Electric (GE) will die Sparte für zehn Milliarden Euro kaufen. Siemens sitzt an einem eigenen Angebot für die Tochter, die Atom-, Kohle-, Gaskraftwerke und Windanlagen baut.

Patrick Kron, Vorstandschef von Alstom:

“Es gibt bis zum heutigen Tag kein Angebot von Siemens. Ein Angebot liegt auf dem Tisch. Siemens hat sein Interesse ausgedrückt. Sollte daraus ein Angebot werden, werden wir es prüfen und mit dem vergleichen, was schon auf dem Tisch liegt. Im Interesse aller Beteiligten.”

Siemens, seinerseits in einem kräftezehrenden Umbau, gibt sich betont gelassen – schließlich musste Alstom gerade einen Gewinneinbruch melden. Das Nettoergebnis im Geschäftsjahr 2013/14 (31. März) fiel im Vorjahresvergleich um 28 Prozent auf 556
Millionen Euro.

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser:

“Wir haben vier Wochen Gelegenheit, in die Alstom- Bücher zu schauen. Dann werden wir entscheiden, ob wir ein Angebot machen und wofür. Wir sind ziemlich cool, was den über den Ablauf angeht. Aber die alten römischen Gladiatoren kommen nicht ins moderne Paris.”

Siemens würde wohl die Energietechnik der Franzosen auch gegen die eigene Zugsparte eintauschen – diese “europäische Lösung” käme vermutlich Frankreichs Regeriung entgegen.

Sollte am Ende General Electric (GE) den Zuschlag bekommen, dürfte Siemens auch damit leben können. Der Deal sei nicht Bestandteil der Siemens-“Vision 2020” gewesen, sagte Kaeser. “Und das ist er auch jetzt nicht.”

su mit dpa, Reuters