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Poroschenko - der Politiker mit dem Schokoladengeschäft


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Poroschenko - der Politiker mit dem Schokoladengeschäft

Petro Poroschenko sah man in den historischen Dezembertagen des Jahres 2013 auf dem Maidan – mitgerissen vom Hochgefühl eines Umbruchs.
Dabei ist der 48jährige eigentlich der eher ruhig abwägende Typ. Mit 4 Parteien hat es schon versucht. Von “Arbeitersolidarität” über Sozialdemokraten. Für 8 Monate in der Führung der “Partei der Regionen”. Wenn es nicht nach seinen Vorstellungen läuft, geht er auch schnell wieder.
Studiert hat er Internationales Recht und internationales Wirtschaft, daher sein gutes Englisch beim Interview im April 2014, als er seine Präsidentschaftsambitionen begründete mit Sätzen wie: “Es ist ein neues Land geboren. Ein neues Volk. Das wird in naher Zukunft um die EU-Mitgliedschaft nachsuchen. Es hat harte Prüfunge zu bestehen gehabt in Sachen Demokratie und europäische Werte. .Wir haben einen hohen Preis gezahlt.”

Mit Preisen kennt sich der Mann natürlich aus. Zuerst mit dem für seiner “Roshen”-Pralinen. Man nennt ihn den “Schokoladen-Zaren”. Er ist einer der reichsten Männer der Ukraine. Zu seinem Mischkonzern gehört auch ein Fernsehsender

Poroschenko hat schon immer auf beiden Klavieren gleichzeitig gespielt – Geschäft und Politik. 1989, als die Sowjetunion in der letzten Zügen lag, wurde er erstmals ins Parlament gewählt. 2004 stand er neben dem späteren Sieger der “Orangenen Revolution” auf der Tribüne. Unter Präsident Juschtschenko sass er dann im Haushaltsausschuss und im Nationalbank-Rat.
Für ein paar Monate war er auch einmal Außenminister. Der Mann bewegt sich instinktsicher auf jedem Parkett.

Und er versteht es, Unterstützer um sich zu scharen.
Der Boxer Vitali Klitschko, der sich wohl etwas zu früh zum Präsidentschaftskandidaten erklärt hatte, schwenkte um zu Porosshenko und seither zeigen sie sich als Weggefährten. Zumindest für den Moment.

Vielleicht hat es damit zu tun, dass Poroschenko auch im Fernsehgeschäft mitmischt – er versteht es jedenfalls, sich im richtigen Moment wirkungsvoll zu präsentieren. Wie Ende März 2014, als er vor laufenden Kameras seine Bewerbung um das oberste Staatsamt in aller Form bekundete.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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