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Ukrainischer Präsidentschaftskandidat Poroschenko: "Wenn es sein muss, mit der Sprache der Gewalt"

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Ukrainischer Präsidentschaftskandidat Poroschenko: "Wenn es sein muss, mit der Sprache der Gewalt"

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Die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Osten und Süden der Ukraine halten an.
In der südostukrainischen Stadt
Mariupol nahe der Grenze zu Russland hatten Regierungskräfte nach
Wochen der Besetzung prorussische Aktivisten offenbar zunächst aus dem Gebäude des Stadtrates vertrieben.

Am Mittwoch sollen die Separatisten den Komplex wieder eingenommen haben.

Etwa 15 Menschen erlitten dabei durch einen Gaseinsatz Verletzungen.

Der aussichtsreichste Kandidat für die Präsidentenwahl in der Ukraine, Petro Poroschenko, erklärte bei einem Besuch in Berlin:

“Für diejenigen, die weder Ukrainisch, noch Russisch, noch Deutsch oder Englisch sprechen, für diese müssen wir einen Kommunikationsweg finden, den sie verstehen.
Und das gilt auch für die Leute, die Maschinengewehre benutzen, die Menschen umbringen, für Terroristen also. Auch diese Leute müssen uns verstehen können. Wenn es sein muss, mit der Sprache der Gewalt.”

Gewalt, der im Osten der Ukraine offenbar auch an den Kampfhandlungen Unbeteiligte zum Opfer fallen. In der Separatisten-Hochburg Slowiansk ist eine am Montag getötete 30-jährige Lehrerin unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen worden.
Eine Freundin der Getöteten schildert:

“Irina stand auf dem Balkon und winkte ihrem Mann zu, der gerade nach Hause kam. Sie wollte gerade wieder reingehen, als eine Kugel sie in die Schläfe traf und ihren Kopf durchschlug.”

Einwohner von Slowiansk machten einen ukrainischen Scharfschützen für die Tat verantwortlich. Ukrainische Regierungstruppen, die Slowiansk belagern, sollen am Mittwoch erneut prorussische Kräfte in der Protesthochburg angegriffen haben. Neue Opfer der Scharmützel gab es offenbar nicht.