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EZB lässt die Muskeln spielen - für das nächste Mal

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EZB lässt die Muskeln spielen - für das nächste Mal

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“Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln”, sprach Euro-Notenbankchef Mario Draghi. Das nächste Mal, das ist in vier Wochen.

Vor zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen eine womöglich gefährliche Deflation wolle die Europäische Zentralbank aber noch die neuen Prognosen ihrer hauseigenen Ökonomen zu Teuerung, Wachstum und Beschäftigung abwarten.

Bis dahin bleibt Leitzins im Euroraum bei 0,25 Prozent, ohnehin ein Rekordtief.

Mario Draghi EZB-Präsident:

“Stimmt, die Erholung kommt voran, aber in einem langsamen Tempo, und bleibt immer noch ziemlich bescheiden.” Vor neuen Beschlüssen wolle der EZB-Rat aber eben Anfang Juni noch die neusten Zahlen der Volkswirte sehen.”

Die Geldentwertung im Euroraum liegt weiterhin deutlich unter der EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent.

Im April war die Jahresteuerung aber von 0,5 Prozent im März auf 0,7 Prozent gestiegen. Insgesamt werden 2014 0,8 Prozent erwartet – bei 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum.

Zuletzt hatten die Zentralbanker mehrfach ihre Bereitschaft betont, im Kampf gegen eine anhaltende Niedrig-Inflation notfalls schwere geldpolitische Geschütze aufzufahren. Und Mario Draghi warnte: Je länger die Inflation niedrig ist, umso größer seien die Risiken eines weiter sinkenden Preisauftriebs – und damit die Gefahren für eine Schwächung der Konjunktur, weil sich Verbraucher und Investoren sich in Erwartung eines weiteren Preisverfalls zurückhalten könnten.

Macht mal, so die Botschaft der OECD Anfang der Woche.

Andererseits mahnte etwa der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, allmählich überschüssige Liquidität aus dem Geldkreislauf abzuziehen.

Draghis Ausweg aus dem Dilemma: Er erteilte Forderungen -etwa aus Frankreich – nach einer gezielten Schwächung des Euro eine klare Absage. “Wir sind dankbar für diese Ratschläge, aber wir sind unabhängig”, sagte er.

su mit dpa, Reuters