Eilmeldung

Eilmeldung

Freies Geleit für Rebellen aus Homs

Sie lesen gerade:

Freies Geleit für Rebellen aus Homs

Schriftgrösse Aa Aa

UN-Fahrzeug voraus – Busse mit Rebellen hinterher.
Zwei Jahre hatten sie in der Altstadt von Homs gekämpft. Dann der Kompromiss: Präsident Assad lässt die Rebellen aus Homs abziehen.
Voraussetzung dafür: alle Geiseln, die von verschiedenen Rebellengruppen festgehalten werden, müssen vorher freigelassen werden.

Was sie da verlassen ist mehr Ruinenfeld als Stadt.
In der Vereinbarung war mehr als tausend Kämpfern verschiedener Rebellengruppen freies Geleit zugesichert worden. Nur im Nordwesten der Stadt harren noch einige wenige Rebellen aus. Im Viertel Waar. Die Stadt, eine der ältesten in Syrien, zu räumen, wurde zwischen der Assad-Regierung und Aufständischen ausgehandelt. Die letzten Busse mit rund 350 Kämpfern solltén am Donnerstagabend die Stadt verlassen..

Homs, das ist die Stadt, in der alles begann.
Hier erblühten die ersten syrischen Zeichen des arabischen Frühlings. Im März 2011 gab es die ersten Demonstrationen. Hier stürzten die ersten alten Symbole vom Sockel. Erst danach sprang der Aufruhr auf andere Städte über.

Homs wurde zur symbolischen Hauptstadt des syrischen Protestes gegen das Assad-Regime.
Die Rache folgte auf dem Fuße: Die Stadt wurde eingekesselt, belagert, bombardiert. Mehr als 2.200 Menschen – darunter viele Zivilisten – verloren dabei ihr Leben. Zum Schluss gab es keine Lebensmittel mehr – aushungern, eine Kriegstaktik aus dem Mittelalter.

Dann saß man sich wieder in Genf am Verhandlungstisch gegenüber. Runde um Runde. Im Februar wurde das Scheitern verkündet. Mit der politischen Opposition, deren Spitzenvertreter im Ausland sitzen will Assad auf keinen Fall Vereinbarungen treffen. Dann schon lieber mit den Rebellen, von denen er weiß, wie zerstritten die einzelnen Gruppen sind.

Während die Rebellen der einen Gruppe Homs verlassen, greifen andere in Aleppo das Hotel Carlton an, das den Regierungstruppen als Hauptquartier dient. Zuvor waren in der Nacht die letzten Busse aus Homs gestoppt worden, weil Rebellen Hilfslieferungen für die von ihnen eingekesselten schiitischen Dörfer gestoppt hatten.

Der Rücktritt von Präsident Baschar al Assad – die Hauptforderung aller Regimegegner – scheint derzeit weiter entfernt als in jedem anderen Moment seit drei Jahren. Assad kann es sich leisten, Präsidentschaftwahlen anzusetzen. In weniger als einem Monat wird er die auch gewinnen, weil jene, die ihn abwählen wollten, längst geflohen sind.

3.14 ends