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Mädchen-Entführung in Nigeria: Militär soll gewarnt worden sein

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Mädchen-Entführung in Nigeria: Militär soll gewarnt worden sein

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der nigerianischen Regierung vor, trotz Hinweisen auf eine bevorstehende Attacke nichts gegen die Entführung von mehr als 200 Schulmädchen getan zu haben.

Demnach informierte ein Schäfer, den bewaffneten Männer nach dem Weg zur Schule gefragt hatten, die örtlichen Behörden – vier Stunden vor der Entführung.

Susanna Flood von Amnesty International: “Wir haben aus mehreren Quellen glaubwürdige Informationen erhalten, dass das nigerianische Militär vorgewarnt wurde, dass Boko-Haram-Rebellen eine Schule in Chibok angreifen wollten – und dass die Entführung der mehr als 200 Schulmädchen hätte verhindert werden können. Sie wussten, dass die Schule bedroht war, aber nichts geschah, um den Mädchen zu helfen.”

Mit dem Schicksal der Mädchen befassen sich inzwischen mehrere internationale Kampagnen. Die USA und Großbritannien entsandten Teams nach Nigeria, die bei der Suche helfen sollen, darunter militärische Berater, Psychologen und Verhandlungsexperten. Im Internet und im Fernsehen machen derweil Prominente auf die Entführung aufmerksam.

Angelina Jolie, Schauspielerin und Sonderbotschafterin des UN-Hochkommisariats für Flüchtlinge: “Diese Männer wähnen sich in Sicherheit, dass sie Frauen ungestraft misshandeln, vergewaltigen, als Eigentum behandeln und verkaufen können, weil ja so viele vor ihnen ungestraft davon gekommen sind. Darum versuchen wir nicht nur alles zu tun, um die Mädchen wieder zurückzubringen, sondern auch zu verhindern, dass so etwas immer wieder passiert.”

Amnesty International vermutet, dass die Sicherheitskräfte Angst gehabt hätten die teils besser bewaffneten Boko-Haram.Rebellen zu konfrontieren. Die sind für ihre Brutalität berüchtigt. Allein dieses Jahr sollen bei Übergriffen 1200 Menschen ums Leben gekommen sein.

Die Polizei hofft mit einer ausgesetzten Belohnung von fast 220.000 Euro auf brauchbare Hinweise aus der Bevölkerung über den Verbleibt der Mädchen.