Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Michelle Obama zur Schülerinnen-Entführung: "Was in Nigeria passiert ist, war kein Einzelfall"


welt

Michelle Obama zur Schülerinnen-Entführung: "Was in Nigeria passiert ist, war kein Einzelfall"

“Bringt unsere Mädchen zurück”, diese Forderung der gleichlautenden Twitter-Kampagne ist mittlerweile in aller Munde. Auch die UN verurteilte die Entführung von mehr als 200 nigerianischen Schülerinnen durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram.

Das Schicksal der Mädchen veranlasste Michelle Obama zu einem ungewöhnlichen Schritt. Anstatt ihres Mannes hielt die First Lady die wöchentliche Rundfunkansprache: “Lassen Sie uns alle dafür beten, dass sie sicher wieder nach Hause kommen. Lassen Sie uns an ihre Familien denken und zeigen wir nur ein bisschen von ihrem Mut, um dafür zu kämpfen, dass jedes Mädchen das bekommt, was ihr von Geburt an zusteht: das Recht auf Bildung.”

Den Mädchen sei bewusst gewesen, dass der Schulbesuch Risiken berge, so Obama. Erst kürzlich sei ihre Schule wegen der terroristischen Bedrohung geschlossen worden. Trotzdem hätten sie sich weiter bilden wollen. Die First Lady wies auf die Situation vieler von Terroristen bedrohten Schülerinnen hin: “Was in Nigeria passiert ist, war kein Einzelfall. Wir erleben jeden Tag, dass Mädchen in der ganzen Welt ihr Leben riskieren, um ihre Ziele zu verwirklichen.”

Unterdessen bestritt die nigerianische Armee Vorwürfe der Hilfsorganisation Amnesty International, denen zufolge sie die Entführung trotz Vorwarnung nicht verhindert habe. Die zuständigen Truppen im Bundesstaat Borno hätten nicht schon im Vorhinein Bescheid gewusst. Auf dem Weg zu der Schule seien sie in einen Hinterhalt der Terroristen geraten.

Das zunächst zögerliche Verhalten der nigerianischen Regierung wurde in der Bevölkerung kritisiert. Boko Haram terrorisiert Nigeria seit Jahren mit Anschlägen, bei denen bisher mehr als 6000 Menschen starben. Das heizt die Proteste zusätzlich an: “Wir brauchen mehr Nigerianer, die im ganzen Land noch mehr protestieren”, so eine Demonstrantin in Lagos. “Das ist der einzige Weg, um gehört zu werden. Genug ist genug, wir haben genug von den Unruhen, genug von Boko Haram, genug von der Politik.

Die terroristische Organisation, deren Name so viel heißt wie “westliche Bildung ist verboten”, kämpft im Norden Nigerias für einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia. Sie kündigte an, die entführten Mädchen zu versklaven.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Nigeria: UN verurteilt Entführung durch Boko Haram