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Ein Helm gegen Depressionen

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Ein Helm gegen Depressionen

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So könnte künftig die Behandlung von Depressionen aussehen: ein Helm, der mit starken Magnetfeldern betroffene Hirnareale stimuliert. Tiefe transkranielle Magnetstimulation, kurz “Deep TMS” heißt das von einem israelischen Unternehmen patentierte Verfahren, das verschiedene Hirnregionen mit größerer Treffsicherheit beeinflussen kann, als herkömmliche Methoden, wie die Behandlung mit Stromstößen oder Antidepressiva.
Es könnte laut Aussage der Firma auch bei anderen Krankheiten wie Schizophrenie Parkinson oder Alzheimer Wirkung zeigen.

Ronen Segal, Brainsway: “Wir haben eine elektromagnetische Spule, die dazu in der Lage ist, die für eine bestimmte Erkrankung verantwortlichen Hirnareale gezielt zu behandeln. Dank der modernen Bildgebungsverfahren wie MRT und PET können wir bestimmten Bereichen des Gehirns Krankheiten zuordnen und bestimmte Funktionen durch Magnetstimulanz regulieren.”

Mit der tiefen transkraniellen Magnetstimulation lassen sich angeblich Nervenzellen in einer Tiefe von bis zu vier Zentimetern anregen.
Statt nur mit einer Spule, wie bei der Standard-TMS, enthält der Helm mehrere kleinere Spulen, die sich zu einem wesentlich stärkeren Magnetfeld zusammengeschlossen werden.

Ronen Segal, Brainsway: “Das Ergebnis ist eine Heilungs- und Verbesserungsrate, die deutlich höher liegt, als bei allen anderen zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden. Das Verfahren eröffnet Patienten, die seit vielen Jahren unter klinischen Depressionen leiden neue Hoffnung und neue Lebensqualität.”

Die Methode wurde im vergangenen Jahr von den amerikanischen Gesundheitsbehörden zur Behandlung von Depressionen zugelassen und wird bereits getestet. Auch in Europa laufen erste Versuche in einem schwedischen Krankenhaus.