Eilmeldung

Eilmeldung

Griechenland: Neue Parteien kämpfen gegen Politikverdrossenheit

Sie lesen gerade:

Griechenland: Neue Parteien kämpfen gegen Politikverdrossenheit

Schriftgrösse Aa Aa

Die Krise in Griechenland hat die Menschen zermürbt. Viele sind unzufrieden mit der Politik, fühlen sich im Stich gelassen von Europa und von den bislang regierenden Parteien daheim, denen viele jahrzehntelang die Treue hielten. In diesem Vertrauensvakuum haben sich nun neue Parteien gebildet, darunter To Potami, zu Deutsch: der Fluss. Mit ihrem Motto “Ein starkes Griechenland in einem gerechten Europa” schaffte die Partei es nur Wochen nach ihrer Gründung in Umfragen auf den dritten Platz. Gründer ist Stavros Theodor, ein Dokumentarfilmer ohne große politische Erfahrung. Er sagt:

“Die Menschen in Griechenland wollten einen Wandel. Wenn man sich die Umfragen anschaut, bevor es unsere Partei, Potami, gab, dann war die Partei an der Spitze nicht Nea Dimokratia oder Syriza, sondern es war niemand, der Platz war leer. Vierzig Prozent der Griechen sagten, sie würden niemanden wählen, weil es niemanden gäbe. Es war also logisch, dass dies eine Motivation war für uns.”

Keine Partei kommt in Umfragen derzeit auf mehr als 25 Prozent. Eine andere junge Partei ist Elia, Olivenbaum. Sie tritt bei den Europawahlen an. Die jungen Leute wollen die Europamüdigkeit im Land bekämpfen.

Der Lehrer Paschalis Aganidis gehört zu den jungen Politikneulingen: “Die Menschen haben mehr denn je das Gefühl verloren, dass die EU Wohlstand für alle schaffen kann. Statt dessen wird Europa als Bedrohung angesehen, als Ursache für Unsicherheit. Die Frage ist, wie kann man das ändern? Der einzige Weg ist eine neue Sichtweise.”

Diese zu erreichen, ist eine schwierige Aufgabe, denn viele Griechen glauben, die EU habe Griechenland als Versuchsfeld für ihre Reformen missbraucht.