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Nigel Farage, der britische Anti-EU-Politiker

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Nigel Farage, der britische Anti-EU-Politiker

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Hier macht einer Wahlkampf für die Wahlen zum EU-Parlament, der heraus will aus der EU. Nigel Farage, Chef der britischen “United Kingdom Independence Party “(UKIP). 1993 hat der diese
“Unabhängigkeitspartei” mitbegründet und sitzt seit 1999 im EU-Parlament. Seine Botschaft an die Wähler: “Join the ‘People’s Army’, – zu übersetzten etwa als “Schließt euch der Volksbewegung an und verpasst dem Establishment in diesem Land den schlimmsten Schlag seit hundert Jahren.
Wir wollen unser Geld zurück und unsere Grenzen.
Wir wollen unser Land zurück.”

Laut Umfragen könnte die Anti-EU-Partei mit 38 Prozent die meisten Stimmen der Briten bekommen. Gespräche mit seiner Klientel klingen so: “Sie sind der beste Mann für dieses Land. Alle anderen sitzen nur faul auf ihren Ärschen.”
Darauf Farage: “Stimmt, sie verschleudern unser Land!” Darauf der Wähler: “Ich folge ihnen bei allem, was sie sagen.!”

Solche Begegnungen mit dem Wahlvolk gibt es täglich für Farage, dessen Wähler es zuerst um weniger Einwanderung und um die Wirtschaft geht.
Farage schürt die Angst vor den arbeitslosen Massen aus Osteuropa, die den Briten die Jobs stehlen. Damit trifft er einen Nerv.

Nochmal ein ´Mann auf der Straße´: “Wir sind schon das am dichtesten besiedelte Land Europas, wir können nicht noch mehr Leute aufnehmen und schnell assimilieren”.
Und ein anderer sagt, er sei nicht grundsätzlich gegen Zuwanderung, es müssten aber die richtigen Leute kommen, die dann hier auch arbeiten.

Der bettelnde Bauarbeiter, das ist eines der Plakate der Anti-EU-Partei. Ein anderes die angebrannte britische Flagge mit der Frage: “Wer regiert dieses Land?” Es ist eine Partei der einfachen Antworten. Europa hat Probleme?
Dann sollten wir uns auf unsere Insel zurückziehen. Und verbarrikadieren, weil sonst die Jobsucher kommen.

Matthew Goodwin, Professor an der University of Nottingham, stellt die Frage, wie eine reife Gesellschaft mit solch radikalen Auswüchsen umgehen sollte. Jedenfalls nicht, indem man sie als ´Rassisten´ abstempelt und zur Tagesordnung übergeht. Der Wissenschaftler verweist auf jene Gruppen in der Bevölkerung, die sich von Brüssel im Stich gelassen fühlen, und fragt: “ Wie können wir diese Menschen erreichen?”

Einfluss auf die Regierungspolitik von Premier David Cameron nimmt diese Partei bereits – mit der Ankündigung, 2017 die Briten per Referendum über die EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen zu lassen.