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Ukraine: "Wie lange sollen wir uns noch beschimpfen lassen?"

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Ukraine: "Wie lange sollen wir uns noch beschimpfen lassen?"

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Sie fühlen sich gestärkt in ihrer Absicht, sich von der Ukraine abzuspalten. Die Separatisten in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk sprechen von einer überwältigenden Zustimmung für ihre “Volksrepubliken”: 96 Prozent der Befragten in Luhansk, 89 in Donezk hätten beim umstrittenen Referendum für eine Unabhängigkeit von Kiew gestimmt.

Nur unter Lebensgefahr hätten die Wahlhelfer die Stimmen einsammeln können, hieß es, wegen der Kämpfe zwischen prorussischen Kräften und der ukrainischen Armee. Dieser Einsatz und die scharfe Rhetorik aus Kiew scheint aber viele erst zu ihrem Ja getrieben zu haben.

Eine Frau in Slowjansk: “Im Fernsehen reden sie immer von den Donezk-Banditen, Donezk-Bastarden. Wie lange sollen wir uns noch beschimpfen lassen? Ich lebe hier, bin ich deshalb ein Bandit?”

Ein Mann aus Slowjansk: “Zuerst hatte ich Zweifel und dachte, vielleicht brauchen wir das nicht, das ist es nicht wert. Aber nach diesem Einsatz der ukrainischen Armee bin ich 100 Prozent dafür. Wir hoffen natürlich, dass alles besser wird.”

Neue Gefechte gab es in Slowjansk. Laut Innenminister Arsen Awakow haben Separatisten den Fernsehturm und Soldaten angegriffen. Die russische Staatsagentur Ria Nowosti berichtete, die Regierungssoldaten hätten Kontrollpunkte der Unabhängigkeitskämpfer angegriffen. Die Regierung in Kiew will den von ihr so genannten “Anti-Terror-Kampf” im Osten des Landes fortsetzen.