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40 Jahre nach dem Zypernkonflikt: Türkei zu Entschädigungszahlung verurteilt

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40 Jahre nach dem Zypernkonflikt: Türkei zu Entschädigungszahlung verurteilt

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40 Jahre nach der Invasion Zyperns muss die Türkei eine Entschädigung in Höhe von 90 Millionen Euro zahlen. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

Zwei Drittel der Summe soll Menschen zur Verfügung gestellt werden, die in Nordzypern nach Ansicht des Gerichtes in Folge der Invasion diskriminiert wurden.

Die übrigen 30 Millionen Euro müsse die Türkei innerhalb von drei Monaten an die zypriotische Regierung zahlen, sagte Richter Josep Casadevall. Das Geld sei eine Kompensation für das Leid der Menschen, die während der Besetzung Angehörige verloren.

Im Juli 1974 landeten türkische Streitkräfte auf der Mittelmeerinsel, um die türkische Minderheit vor Übergriffen zu schützen. Zuvor hatten Putschisten den Nationalisten Nikos Sampson zum Präsidenten Zyperns ernannt, der den Spitznamen “Türkenkiller” trug. Die türkischen Soldaten eroberten den Norden des Landes, es folgten Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen.

Während die zypriotische Regierung das Straßburger Urteil begrüßte, verweigerte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu dem Richterspruch die Anerkennung. Das Urteil sei für sein Land nicht bindend, sagte er.