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Human Rights Watch fordert Verbot von autonomen Killerrobotern

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Human Rights Watch fordert Verbot von autonomen Killerrobotern

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Ferngesteuert und ohne Risiko für eigene Verluste – bei Militärs sind Drohnen äußerst beliebt. Auch deshalb arbeiten Technologieunternehmen daran, Kampfdrohnen noch intelligenter und sogar autonom zu machen.

Sie arbeiten ohne Hemmschwelle und attackieren unreflektiert – mit den Menschenrechten seien solche Killerroboter auch deshalb nicht mehr vereinbar, so die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Gemeinsam mit der Harvard Law School hatte die Organisation den Einsatz solcher Drohnen geprüft. Den gemeinsamen Bericht legte Human Rights Watch nun rechtzeitig zum ersten multilateralen Treffen der Vereinten Nationen zum Thema in Genf vor.

Unterstützung bekommt die Organisation von Experten wie der Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams, Sprecherin der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen: “Wenn wir der Entwicklung keine Grenzen, dann könnten diese Killerroboter programmiert und frei gelassen werden um dann selbst die Entscheidung zu treffen, wie und wo sie angreifen.”

Autonomie sei durchaus programmierbar, moralische Grundsätze könnten solche Maschinen jedoch nicht beachten, glaubt auch Noel Sharkey, Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Sheffield: “Künstlichen Intelligenz kann Kämpfer und Zivilisten noch nicht auseinanderhalten. Es währe unmöglich, zwischen einem kleinen Mädchen, das ein Schleckeis in den Himmel reckt und jemandem mit einem Gewehr im Anschlag zu unterscheiden.”

Über 100 Staaten debattieren deshalb derzeit in Genf über den richtigen völkerrechtlichen Umgang mit den Waffen.
Dringend sei eine Regulierung angesichts der aktuellen technischen Entwicklungsstands, denn in Krisenregionen könnten selbsttätige Kampfsysteme bald zur Realität gehören, so die Menschenrechtsaktivisten. Auch das US-Militär testet bereits autonom operierende Drohnen, die ohne fernsteuernden Piloten auskommen.